Abfall geht jeden an, darum wird das Thema auch kontrovers und leidenschaftlich diskutiert. Die Kreisräte werden am 22. März ein längst überfälliges neues Sammel- und Gebührenkonzept beschließen, das die Bürger zur Mülltrennung, aber auch zur Müllvermeidung animieren soll.

Für den Geldbeutel der Verbraucher und die Umwelt eine gute Sache, für Entsorgungsunternehmen jedoch eine Herausforderung. Der Holzheimer Betrieb „Du: willkommen in der Umwelt“ muss sich in einem immer komplexer werdenden Geschäft der Müllentsorgung neu sortieren – nicht zuletzt deshalb, weil durch Vermeidung von Abfall der Markt schrumpft, wie die Geschäftsführer des Familienbetriebs feststellen. Auch die Prognose für dieses Jahr fällt aus Sicht des Entsorgers düster aus: Allein durch den
Brexit werden deutschen Verbrennungsanlagen mehrere 100 000 Tonnen Abfall fehlen, die bislang thermisch hier verwertet wurden. Vor diesem Hintergrund mutet die Entscheidung des Kreistags, die zu verbrennende Abfallmenge im Müllheizkraftwerk zu erhöhen, noch fragwürdiger an.

Der Holzheimer Entsorger jedoch macht aus der Not eine Tugend: Er baut den Geschäftsbereich Pflanzenkohle sukzessive aus und setzt sich an einer industriellen Pilotanlage für klimafreundliche Produkte ein. Eine Win-Win-Situation: Sowohl das Unternehmen, als auch die Umwelt profitieren von diesem Engagement.