Kommentar Jürgen Schäfer: Der direkte Weg zählt

Drackenstein / Jürgen Schäfer 12.10.2018
Die Alternativstrecke, für die die Bürgerinitiative Dracki beim Albaufstieg der Autobahn kämpft, ist nicht sinnvoll, meint unser Kommentator.

Es mag ja alles richtig sein, was die Umwelt- und Naturschutzverbände an massiven Einwänden gegen die favorisierte Autobahntrasse des Regierungspräsidiums für den Albaufstieg vorbringen: Dass sie mehr Fläche verbraucht, Naturräume zerschneidet, Grundwasserbildung hemmt, den Regenabfluss ins Tal beschleunigt. Aber Fakt ist: Die Alternative, für die die Bürgerinitiative Dracki heldenhaft kämpft und die auch der Nabu in einer modifizierten Form vorschlägt, ist drei Kilometer länger. Das würde man täglich 70.000 Fahrern, den unzähligen Berufspendlern und Brummi-Fahrern, der Reisewelle nach Süden und wieder zurück, aufbrummen. Drei Kilometer mehr. Einfache Strecke. Als Tribut an die Umwelt.

Das ist ein edler Gedanke, aber nicht der Sinn einer Schnellstraße für ein Industrieland. Der direkte Weg ist der richtige, und den nimmt sogar die A 8, die einst auch nach touristischen Gesichtspunkten entworfen wurde. Kürzere Strecke, weniger Spritverbrauch: Für die drei Kilometer mehr würden pro Jahr 8,7 Millionen Liter mehr Sprit in die Luft geblasen. 

Es würden sich auch die staugeplagten Gruibinger bedanken, wenn das Genehmigungsverfahren nochmal um eine Trassendiskussion in die Länge gezogen würde. Ein Jahr mehr? Zwei? Drei? Und bleibt’s dann doch beim Alten?

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