Der Ansatz ist grandios. Die Biogasanlage einer Landwirtfamilie in Bad Boll soll zu einem bundesweiten Leuchtturmprojekt werden, das mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Die Ausbeute an Biogas soll erheblich gesteigert und dazu überschüssiger Strom aus Windrädern und Solaranlagen verwendet werden. Wenn es dann noch gelingt, die Abwärme der Anlage für Firmen im Bad Boller Kurareal zu nutzen, ist die Ausbeute perfekt. Noch ist das eine Vision. Die Investition rechnet sich nur dann, wenn die Politik diese Spielart der erneuerbaren Energie in das EEG-Umlagen-System aufnimmt. Das sollte sie. Denn die Biogasanlagen tragen einiges zur Energiewende bei und können jederzeit liefern, anders als Windräder und Solaranlagen. Es ist nur vernünftig, das Potenzial auszureizen. Wenn man die Biogasanlagen schon braucht. Sie sind ja weniger grün als Wind- und Wasserkraft, weil sie Lebens- und Futtermittel verheizen. Wenn man fast die doppelte Energie aus ihnen herausholen kann: Ja bitte. Es ist ein schöner Erfolg für die Energieagentur des Landkreises, dass Geschäftsführer Timm Engelhardt auf die Abwärme der Bad Boller geschaut und dann die richtigen Leute für einen Leuchtturm zusammengebracht hat. Jetzt heißt es, warten bis die große Politik darauf anspringt. Es kann dauern.