Kommentar Karin Tutas: Die Arbeit trägt Früchte

Göppingen / Karin Tutas 20.07.2018

Welch ein Aufschrei war das damals, vor 20 Jahren. Bewohner der Nordstadt liefen Sturm gegen die Pläne der Diakonie, in der Rosenstraße eine Kontakt- und Anlaufstelle für Drogengebraucher (Koala) einzurichten. Die Angst, die damals ausufernde Göppinger Drogenszene könnte sich in die Nordstadt verlagern, verstellte manchen den Blick für das  Elend der Betroffenen und das Leid ihrer Familien.

Wie gut, dass sich die Initiatoren und der frühere evangelische Dekan Dieter Kunz, der viel Prügel einstecken musste, nicht beirren ließen und es mit viel  Überzeugungsarbeit gelang, Koala zu realisieren. Statt Drogenabhängige zu ächten und sie damit noch mehr an den Rand der Gesellschaft zu drängen, erfahren sie in der Einrichtung menschliche Zuwendung, haben Ansprache, können duschen oder bekommen ein Essen. Das alles löst zwar nicht die Problematik der Suchterkrankungen – die sich bei weitem nicht auf illegale Drogen beschränken. Aber die Hilfe hat viele Betroffene vor dem Abgrund bewahrt.

20 Jahre später bleibt festzuhalten, dass es seit der Eröffnung keinerlei Probleme mit den Nachbarn gegeben hat. Koala ist  ein unverzichtbarer Baustein der Suchtkrankenhilfe. Die Arbeit trägt Früchte. Das ist durchaus ein Grund zur Freude.

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