Kommentar Arnd Woletz: Die Mauer muss weg

Göppingen / Arnd Woletz 09.05.2018
Der menschenleere „Blaue Platz“ war ein architektonischer Missgriff. Gut, dass Lidl als Eigentümer nun etwas ändern will.

Der „Blaue Platz“ in Göppingen ist ein Tiefpunkt des Städtebaus. Hier wurde vor gerade mal elf Jahren Einfallslosigkeit in Beton gegossen. Wer acht Meter hohe, fensterlose Fassaden zu  langen Wänden zusammenstellen lässt, darf sich nicht wundern, wenn die Bürger sich entsetzt abwenden. Lidl und Sport-Flöss sollten damals bewusst der Stadt ihre kahle Rückseite hinstrecken. Aufenthalt  auf dem Platz unerwünscht. Bonjour Tristesse.

Es ist gut, wenn die Firma Lidl diese von der Stadtplanung verordnete Bausünde auf ihrem Gelände jetzt wenigstens ein bisschen zu kaschieren versucht – auch wenn hinter der Idee eines Bäckerei-Cafés mit Außenbewirtung eher wirtschaftliche als architektonische Interessen stecken. Ein hochwertiges Entree zur Innenstadt bekommt Göppingen dadurch auch nicht. Dieser Zug ist für Jahrzehnte abgefahren. Doch wenigstens könnte die Betonbarriere ein etwas menschenfreundlicheres Antlitz bekommen.

Man kann nur hoffen, dass sich solche städtebaulichen Betriebsunfälle in Göppingen heute nicht mehr wiederholen. Die Bürgervertreter müssen jedenfalls stets wachsam sein.