Verein Ein Fest zur Begegnung

Alle hatten viel Spaß beim Sommerfest.
Alle hatten viel Spaß beim Sommerfest. © Foto: Evelyn Krix
Süßen / Evelyn Krix 27.06.2017

„Ich bau Dir ein Schloss – das in den Wolken liegt“, schallt es am Samstag aus den Lautsprechern im Garten der Begegnungsstätte des Kreisvereins Leben mit Behinderungen Göppingen in Süßen. Allerdings steht nicht der Sänger Jürgen Drews auf der Bühne, sondern der Live-Musiker Nunzio Artino aus Salach, der mit drei gehandicapten Jugendlichen performt. Gemeinsam singen sie für die Besucher des Sommerfestes, einige junge Vereinsmitglieder fangen an, zu tanzen. „Das war nicht einstudiert. Das ist jetzt spontan“, sagt die neue erste Vorsitzende Brigitte Buschhaus-Over. Danach folgt „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer und „Schatzi, schenk mir ein Foto“ von Mickie Krause.

„Hier ist immer etwas los. Die zehren davon noch ein ganzes Jahr“, kommentiert Alois Moretti, der im Mai nach 34 Jahren sein Amt an Brigitte Buschhaus-Over abgegeben hat. Das Sommerfest gebe es seit dem Bau der Begegnungsstätte im Jahr 1990. „Die Idee war, dass man ein gemeinsames Treffen macht, wo Eltern Gemeinsamkeiten und Erfahrungen austauschen können“, erklärt er und Buschhaus-Over ergänzt: „Wir möchten es auch für Inklusion nutzen und unsere Nachbarn und Freunde herholen.“

Auch für Sponsoren biete das Fest die Gelegenheit, sich die Arbeit des Vereins näher anzusehen. „Wir sind eigentlich auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Wir könnten von den Mitgliedsbeiträgen nicht leben“, meint Moretti und Buschhaus-Over erklärt, dass die barrierefreie Begegnungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeiten, Kerzenwerkstatt und Außenanlage unterhalten werden muss.

„Jeder hier hat ein behindertes Kind oder behinderte Angehörige“, sagt Buschhaus-Over. Die Förderung, Betreuung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe von ihnen und anderen Menschen mit Behinderungen seien das Ziel des Vereins. „Wir möchten neue Angebote schaffen und erweitern.“ Und Moretti sagt: „In so einem Verein muss eine Verjüngung stattfinden. Nach so langer Zeit gehen einem auch irgendwann die Ideen aus.“ Seit Beginn ihrer Amtszeit im Mai sammelt Buschhausmann-Over daher bereits Wünsche und Erwartungen der Mitglieder. Bisher wollen diese unter anderem tanzen und mehrtägige Ausflüge unternehmen. „Damit die Eltern mal ein Wochenende allein wegfahren können“, sagt sie. Auch die Kooperation mit anderen Vereinen sei geplant.