Tourismus Ein begehbares Geschichtsbuch

Frisch enthüllt: Marius Hick und Nicola Schelling mit der Rundweg-Stele, die direkt vor dem Rathaus steht.
Frisch enthüllt: Marius Hick und Nicola Schelling mit der Rundweg-Stele, die direkt vor dem Rathaus steht. © Foto: Stefanie Schmidt
Stefanie Schmidt 13.10.2017
An 15 Stationen führt ein neuer historischer Rundweg durch die Geschichte Gingens und der Industrialisierung.

Der neue historische Rundweg, der gestern in Gingen eingeweiht wurde, macht einen Spaziergang durch den Ort zu einer kleinen Zeitreise: 15 in der Gemeinde aufgestellte Informationstafeln zeigen nicht nur auf, wie sich der Ort entwickelt hat, sondern auch, welche Faktoren zur industriellen Revolution im Filstal beigetragen haben. Seit 2011 war der Weg, den die Historikerin Dr. Gabriele von Trauchburg mit der Unterstützung der Ehrenamtlichen Helga Maier und Helmut Maßfelder konzipiert hat,  in Planung. Von Anfang an sei es das Ziel gewesen, den Weg mit der Route der Industriekultur zu verbinden, erläuterte Bürgermeister Marius Hick bei der Einweihung. Nachdem ein erster Förderantrag beim Verband Region Stuttgart scheiterte, hatte ein gemeinsamer Antrag mit weiteren Gemeinden aus dem Filstal ein Jahr später Erfolg: Der Verband Region Stuttgart übernahm die Hälfte der Kosten für das 20.000 Euro teure Unterfangen.

Projekte wie die Route der Industriekultur seien nicht nur wichtig, um Geschichte erlebbar zu machen, sagte Nicola Schelling, Regionaldirektion des Verbands.  Auch im  Standortwettbewerb der europäischen Regionen spielten sie eine zunehmend  wichtige Rolle: Unternehmen würden eine Region inzwischen auch danach beurteilen, welche Lebensqualität sie bietet und welche Freizeitaktivitäten  es dort für ihre Mitarbeiter gibt. Mit dem  Rundgang sei ein „begehbares Geschichtsbuch“ entstanden, das die Vorbedingungen der industriellen Revolution im Filstal aufzeige und damit ein wichtiger Baustein in der Route der Industriekultur sei.

In den nächsten Jahren soll der  Rundweg noch wachsen, kündigte Marius Hick an. Kreisarchäologe Reinhard Rademacher arbeite bereits an einer weiteren Info-Stele zur keltischen Viereckschanze oberhalb des Tennisplatzes.

Info Weitere Informationen zum Rundweg gibt es auf www.gingen.de