Im vergangenen Jahr haben die Grundschüler in Gosbach schon so manches getan, was man nicht unbedingt auf ihrem Stundenplan erwartet hätte: Sie haben einen Brunnen geschlagen, Brezeln gebacken, Kichererbsen gekocht, Äpfel geklaubt und Saft davon gepresst, einen Trickfilm gemacht und ein eigenes Buch gedruckt. Jetzt haben sie bei schönstem Regenwetter sieben Obstbäume gepflanzt.

Die Aktion nahm ihren Anfang in einer Spende des sozialen Buchhandels buch7.de. Für die Erweiterung des Obstlehrpfades entlang der Fils und zur Förderung des Wissens, das Schulkinder von Streuobst haben, sollten Bäume angeschafft werden. Zusammen mit dem Gosbacher "Streuobstpapst" August Kottmann nahm die Grundschule das Projekt in Angriff.

Zuerst pflanzten die Kinder im Schulgarten einen Pflaumenbaum, den sie auf den Namen Pflaumi tauften. Kottmann erklärte, was es dabei zu beachten gilt. So benötigt der Baum eine "Hose" - ein Drahtgitter, damit die im Boden lebenden Tiere nicht seine Wurzeln annagen. Als Stütze braucht er einen Pfahl, an welchen er angebunden wird. So ausgerüstet, bleibt er auch bei Stürmen standhaft.

Sechs weitere Obstbäume pflanzten die Kinder an der Fils in den Mühlwiesen. Dabei half ihnen der kommunale Bauhof, der auch schon die Pflanzlöcher vorbereitet hatte. Die Sorten hatte der Obstfachmann August Kottmann gezielt ausgewählt. So stehen hier nun jeweils ein Jakob Fischer, ein Nela (altes Wort für Opa), ein Stuttgarter Geißhirtle (frühe Birnensorte), ein Transparent aus Frankreich, ein Sonnenwirt und ein Berner Rosenapfel. Kottmann erzählte zu jedem Baum eine kleine Geschichte. Zum Abschluss hatte er sogar noch heißen Apfelpunsch für alle vorbereitet.

Im Frühjahr soll es weitergehen mit den Themen rund um den Obstbaum. Auf dem Programm stehen unter anderem der Baumschnitt und das Aufpfropfen neuer Sorten.