Der Bullerjan verströmt wohlige Wärme an diesem trüben Novembertag. Die ersten Gäste genießen im "Casa Nova" in Rechberghausen einen heißen Tee und ein Stück Kuchen und schmökern dabei in einem der zahlreichen Bücher, die es im ganzen Haus gibt. Claudius, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam, und seine Freundin Karin freuen sich auf der Galerie des gemütlichen Treffs an der neuen Holzkrippe.

Die Geburt ihres Sohnes Claudius war für Sabine Renning der Anlass, nach einem geeigneten Ort zu suchen, an dem er vielleicht einmal selbst einen Arbeitsplatz findet. In dem alten Bauernhaus am Rechberghäuser Kirchplatz fand sie die geeignete Immobilie, in dem sie und ihr ehrenamtliches Team vom Verein "Casa Nova" die "Begegnungs- und Förderstätte für benachteiligte Menschen" eröffneten.

Zwischenzeitlich sind es neben Gästen aus dem gesamten Landkreis auch Rechberghäuser, die regelmäßig die gemütliche Atmosphäre des Cafés zu schätzen wissen. Sie haben keine Berührungsängste, dort mit Menschen mit einer Behinderung zusammenzutreffen. "Das ist nach wie vor ein gesellschaftliches Problem", bedauert Renning. "Viele Betroffene trauen sich nicht aus dem Haus."

Der Verein will sie ins alltägliche und kulturelle Leben so integrieren, dass es für sie zur Normalität wird. Weil immer mehr Gäste den Weg in das "Casa Nova" finden und weil ihm eine weitgehend unsortierte Bücherstube angeschlossen ist, kommen die 14 Aktiven der knapp 40 Vereinsmitglieder an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. "Wir brauchen deshalb dringend personelle Unterstützung, um unsere vielen Ideen auszubauen und auch auszuführen", sagt Renning. "Deshalb stellen wir uns einen jungen Menschen vor, der in unserem Verein ein Jahr lang seinen Bundesfreiwilligendienst absolvieren möchte."

Die Vereinsvorsitzende verspricht dem "Bufdi" dabei weitgehend freie Hand. "Er oder sie kann eigene Ideen für Projekte einbringen und sich dabei selbst verwirklichen." Zunächst indes müsse die Bücherstube, die gut gefüllt ist dank zahlreicher Bücherspenden, sortiert werden. Mit der Unterstützung des "Bufdi" sollen auch die Öffnungszeiten ausgebaut werden. Die Kosten von 8500 Euro, die die Stelle kostet, werden von den "Guten Taten" übernommen.

Das "Casa Nova"