„Net so viel schwätza, sondern schaffa“, schwäbisch, kurz und bündig bringt Edmund Baur sein Motto auf den Punkt, das ihn seit mehr als einem halben Jahrhundert bei seinem ehrenamtlichen Engagement antreibt. Ehrenamt in Reinkultur, unentgeltlich und mit all seinen Freuden, aber auch Entbehrungen.

Zwölf Jahre hat der Göppinger Kreisbeauftragte die Geschicke des Malteserordens Deutschland als Vizepräsident mitgelenkt. Zur letzten Wahl ist der 73-Jährige nicht mehr angetreten. „Ich wollte aufhören, so lange die anderen noch das Gefühl haben, ,er hätte noch weitermachen können‘“, meint er schmunzelnd.

Baur ist der erste im traditionell von Adeligen besetzten vierköpfigen Präsidium des Malteserordens, der „von der Pike auf“ alles in der Hilfsorganisation gemacht hat. Dem Erste-Hilfe-Kurs als junger Pfadfinder folgte die Ausbildung zum Sanitäter bei den Maltesern, denen er seit 1960 angehört. Ausbilderlehrgang, Gruppenführer, Zug-, dann Bereitschaftsführer, seit 1972 Kreis- und Stadtbeauftragter Göppingen – Baur verfügt über einen Erfahrungsschatz.

Man habe ihn nicht gerne ziehen lassen, erzählt der 73-Jährige, der sich als Malteser-Vize schwerpunktmäßig für die Belange des Ehrenamts eingesetzt, intensiv um die Verbandskultur gekümmert hat und Vorsitzender des Finanzausschusses war. Deshalb hat man für ihn ein neues Amt geschaffen. Edmund Baur ist jetzt Bundesbeauftragter für besondere Aufgaben. Eine hat er bereits mit Leidenschaft angepackt: Den Aufbau einer Malteser-Garde in Deutschland, deren Leiter er seit dem 1. Juli ist. Es habe in der Organisation seit langem Überlegungen gegeben, wie ehemals aktive Mitglieder, die entweder aus Zeit- oder Altersgründen nicht mehr aktive am Malteser-Geschehen teilnehmen können, dennoch eingebunden werden können.

Im Mittelpunkt sollen zwar regelmäßige Treffen stehen, aber das Konzept, das die Arbeitsgruppe um Baur ausgearbeitet hat, geht weiter: „Es geht darum, altersgerechte Aufgaben fürs Ehrenamt zu stellen und den Leuten nach wie vor die Möglichkeit zu bieten, Malteser zu sein.“ Dabei sei jedoch nicht nur an Senioren gedacht, auch junge Leute in der Studien- und Ausbildungsphase oder Menschen in der Familien- oder Karrierephase wolle man für die Garde gewinnen und so weiter an die Organisation binden.

Für Baur bedeutet das neue Amt auch neue Herausforderung. Von Ruhestand kann also keine Rede sein, zumal der 73-Jährige weiter Kreisbeauftragter für Göppingen und seit dem 1. Juli zudem Landesbeauftragter für Baden-Württemberg. Da gilt sein Augenmerk vor allem den Rettungsdiensten, die immer schwerer Mitarbeiter finden und dem Katastrophenschutz, der in den vergangenen Jahren personell stark ausgedünnt worden sei. alles Aufgaben, die ganz nach dem Geschmack des rührigen Schwaben sind, der sich mit Haut und Haar dem Ehrenamt und den Maltesern verschrieben hat. „Nach der anstrengenden Gremienarbeit ist das jetzt wieder was Handfestes“, meint Baur lachend.