Umweltschutz Ecofit: Auszeichnung fürUnternehmen

Fümf Unternehmen aus dem Landkreis wurden für ihre Energie und Kosten sparenden Maßnahmen vom stellvertretenden Landrat Jochen Heinz mit der Ecofit-Urkunde ausgzeichnet.
Fümf Unternehmen aus dem Landkreis wurden für ihre Energie und Kosten sparenden Maßnahmen vom stellvertretenden Landrat Jochen Heinz mit der Ecofit-Urkunde ausgzeichnet. © Foto: Axel Raisch
Kreis Göppingen / Axel Raisch 16.07.2018

Fünf Betriebe aus dem Landkreis haben in den vergangenen zwölf Monaten unter dem Label Ecofit Maßnahmen zum betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz umgesetzt. Das Ziel: Sowohl negative Umwelteinwirkungen als auch Kosten im Unternehmen sollen reduziert werden. Ecofit ist Teil der Klimaschutzinitiative des Landkreises Göppingen und wird vom Land finanziell gefördert.

Zum dritten Mal nach 2005 und 2007 hatte sich der Landkreis an Ecofit beteiligt. „Entscheidend ist nicht die Frage, was es kostet, wenn wir es tun, sondern die Frage, was es kostet, wenn wir es nicht tun“, betonte Reiner Lohse, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft (WiF) im Landratsamt Göppingen. Denn volkswirtschaftlich würden die Kosten des nachlässigen Umgangs mit der Umwelt schon lange zu Buche schlagen. Lohse verwies exemplarisch auf Dürreperioden und Unwetter. Es sei ein Aufwand für die Firmen, die zwar mit acht Workshops und individuellen Beratungsterminen unterstützt würden, vieles aber selbst erarbeiten müssten, gab der WIF-Geschäftsführer zu bedenken.

Die Beteiligung am Ecofit-Prozess habe aber auch ganz direkte Vorteile für die Unternehmen. Neben Kostenreduzierungen würden damit auch Grundlagen geschaffen, mit wenig zusätzlichem Aufwand ein vollständiges Umwelt- und Energiemanagementsystem aufzubauen. Zudem senke etwa ein geringerer Energieverbrauch das Risiko, welches mit der Abhängigkeit von Energiepreisen verbunden ist, so Dr. Volker Kienzlen von der Klimaschutz- und Energieagentur des Landes (KEA). Die KEA ist seit zwei Jahren vom Umweltministerium mit der Umsetzung von Ecofit beauftragt.

Das Engagement der Wirtschaft sei in doppelter Hinsicht wichtig, erklärte  Kienzlen: „Deutschland ist weltweites Vorbild, sowohl hinsichtlich der hergestellten Produkte als auch der Lebens- und Handlungsweise.“ Seiner Meinung nach ist „der Klimaschutz zentrale Überlebensaufgabe“.

Verärgert zeigte er sich daher über das „politische Klein-Klein und die Mutlosigkeit der Bundesregierung“ bei diesem Thema. Kienzlen plädierte für eine CO2-Steuer als Lenkungsinstrument und verwies auf das Schweizer Vorbild. „Die finanziellen Anreize zum Klimaschutz sind heute noch zu gering“, sagte Dr. Kienzlen – nicht ohne hinzuzufügen, dass jeder einzelne dazu beitragen könne und nicht nur die Politik und die Industrie verantwortlich machen solle.

Mit der inhaltlichen und organisatorischen Umsetzung von Ecofit ist das Stuttgarter Nachhaltigkeitsbüro CMC betraut. Dessen Geschäftsführer Christian F.J. Meichle versuchte anhand von Zahlen den Erfolg von Ecofit deutlich zu machen und zu zeigen, dass auch „ein kleines Projekt mit fünf Unternehmen viel bewirken“ könne. Er habe auch festgestellt, dass alle Teilnehmer mit großem Engagement mitgemacht hätten, berichtete der CMC-Geschäftsführer.

Man habe „genug Ansporn bekommen, in die vierte Runde zu gehen“, erklärte Reiner Lohse zum Schluss. Diese startet im dritten Quartal 2018. Informationen für Unternehmen erteilen die WIF sowie CMC. Axel Raisch

Teilnehmer und deren Einsparungen

Teilnehmer Neue Ecofit-Betriebe im Landkreis sind: Dr. Erich Tretter GmbH + Co. Maschinenelemente, Rechberghausen; Elektro-Heldele GmbH, Göppingen; Grüner Systemtechnik GmbH & Co. KG, Bad Überkingen; Heinrich Weinbuch GmbH, Süßen; Kräuterhaus Sanct Bernhardt KG, Bad Ditzenbach.

Effekte Als Einsparungen durch die dritte Ecofitt-Runde im Landkreis wurden errechnet: beim Stromverbrauch 352 000 kWh, was dem Jahresverbrauch von 83,8 Vier-Personen- Haushalten entspricht; bei CO2-Emissionen 133 224 kg, dies entspricht der Bindungskraft von 10 658 normal gewachsenen Buchen; bei den Kosten 34 942 Euro.

Infos Weitere Informationen zu dem landesweiten Projekt gibt’s unter www.ecofit-bw.de.

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