Bad Boll Eckwälden verliert sein Basistelefon

Kein Umsatz, keine Zukunft: Das Basistelefon im Buswartehäuschen von Eckwälden wird bald verschwinden - wie die meisten anderen auch. Foto: Staufenpress
Kein Umsatz, keine Zukunft: Das Basistelefon im Buswartehäuschen von Eckwälden wird bald verschwinden - wie die meisten anderen auch. Foto: Staufenpress
Bad Boll / JÜRGEN SCHÄFER 02.05.2014
Eckwälden wird um eine Verbindung zur Welt ärmer. Die Telekom will das "Basistelefon" abbauen, das dem Teilort noch vergönnt war. Grund: Null Euro Umsatz.

Die weithin sichtbare Telefonzelle ist schon von der Bildfläche verschwunden. Das Telefon selber ist noch geblieben. Nur wo? Es fristet ein Mauerblümchendasein als "Basistelefon", am Buswartehäuschen von Eckwälden wartet es auf Kunden. Doch vergebens.

"Das sieht dort kein Mensch", merkt Bürgermeister Hans-Rudi Bührle an. "Wahrscheinlich hat es deswegen niemand mehr genutzt." Vielleicht sind auch die Ausflügler ins Helenental und zum Königsträßle achtlos daran vorbeimarschiert, die ins schöne Eckwälden kommen. Vielleicht hätte es geholfen, das ansprechende Schild: "Steig aus und wandere", das sie am Parkplatz empfängt, um den Hinweis zu ergänzen: "Schalt dein Handy aus und telefonier von hier", was ja an einem so naturverbundenen Ort auch die Funkstrahlung segensreich mindert.

Aber solche Betrachtungen sind müßig. Die Telekom hat den öffentlichen Fernsprecher von Eckwälden auf die Abschussliste gesetzt. "Null Euro Umsatz" - da fiel auch dem Gemeinderat nichts mehr ein, was er zur Rettung geltend machen könnte. "Auf Eckwälden wird verzichtet", lautet seine Kapitulation.

Nichts Neues für Bad Boll: Von einst sieben Telefonzellen existieren bald nur noch zwei. Das Telefonzellen-Sterben grassiert hier wie anderswo unbarmherzig. Vor vier Jahren ist das Eckwäldener Telefon noch einmal dem stummen Tod von der Schippe gesprungen, als der Gemeinderat sich dafür einsetzte und selbst überrascht war, dass sich die Telekom erweichen ließ. Sie gab dem Standort eine Chance. Wenn es denn eine war.

Auch der Telefonstele am Kurhaus geht es nicht gut. Monatlicher Umsatz 8,39 Euro - so lautet der aktuelle Befund. Und wieder beginnt eine Runde im Spiel "Telefonzelle auf Bewährung". Der Gemeinderat wünscht den Erhalt, für den Kurbetrieb soll das schon sein, die Telekom billigt das, will aber "die Anlage im Auge behalten".

Eine gute alte Telefonzelle hat Bad Boll auch noch, sogar behindertengerecht. Sie steht mitten im Ort an der Rathauswiese und gilt dem Gemeinderat als letzte Bastion. Bührle hat bisher nicht gehört, dass sie gefährdet sei, ist sich aber auch nicht sicher, dass das so bleibt. Fortsetzung folgt.