Veranstaltung Drohende Klage bremst Foodtrucks aus

Foodtrucks auf dem Kirchheimer Rollschuhplatz, dieses Bild ist passé. Die Veranstaltung muss umziehen.
Foodtrucks auf dem Kirchheimer Rollschuhplatz, dieses Bild ist passé. Die Veranstaltung muss umziehen. © Foto: Genio Silviani
Kirchheim / Günter Kahlert 09.05.2018
Anwohnerklagen verhindern die dritte Auflage des Kirchheimer Streetfood-Festivals an Pfingsten.

Zweimal hat das Streetfood-Festival auf dem Rollschuhplatz stattgefunden, jetzt ist es bereits wieder Geschichte. Zumindest an diesem Standort. Der Kirchheimer Event-Profi Gunnar Stahlberg zieht mit dem Foodtruck-Tross am 17. Mai auf die Hahnweide – aber nicht freiwillig.

Bis Ende Februar schien alles normal, dann kam der Anruf von Bürgermeister Günter Riemer: 2018 keine Foodtrucks auf dem Rollschuhplatz. Anwohner hatten sich beschwert, und es gab Klageandrohungen. „Unsere Juristen haben das geprüft und meinten, wir hätten vor Gericht ziemlich schlechte Karten“, so Riemer.

Für Andreas Kenner, Kirchheimer Gemeinderat und SPD-Landtagsabgeordneter, könnten die Vorgänge zu einem Problem für die Stadt werden. „Wir diskutieren die Überalterung der Stadtgesellschaft, und dann lagern wir eine Veranstaltung, die in hohem Maße 20- bis 30-Jährige anzieht, wegen einiger weniger Beschwerden und der Klageandrohung eine Bürgers auf die Hahnweide aus. Das ist paradox!“, meinte er. In einem offenen Brief schrieb er:  „Wir müssen aufpassen, nicht zur Seniorenstadt zu werden.“ Veranstaltungen wie das Streetfood-Festival seien die „allerbeste Werbung“ für die Stadt, nie habe man hier über Pfingsten mehr Menschen von außerhalb gesehen. Andreas Kenner möchte das Thema auch in den Gemeinderat bringen: „Wir müssen uns klar darüber werden, wo wir eigentlich hin wollen und welches Leben wir in der Stadt wollen.“

Der Standort auf der Hahnweide bedeutet für Gunnar Stahlberg zusätzlichen Planungsaufwand und höhere Kosten. „Das Gelände hat einen komplett anderen Charakter und eine andere Infrastruktur als der Rollschuhplatz. Wir müssen allein 11.000 Euro für einen Stromgenerator bezahlen“, meint der Event-Macher bedauernd. Aber er zieht es durch, am Pfingstwochenende vom 17. bis 21. Mai.