Nachruf Donzdorf trauert um den „Deichgrafen“

An seinem Arbeitsplatz am Stausee: Gregor Barth.
An seinem Arbeitsplatz am Stausee: Gregor Barth. © Foto: Giacinto Carlucci
Donzdorf / Ulrike Luthmer-Lechner 03.05.2018

Der Mann war in Donzdorf bekannt wie ein bunter Hund. Ein richtiger Knitz, Vollblutmusiker und immer einen Scherz auf den Lippen. Das war Gregor Barth. Jetzt ist der Donzdorfer nach schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren gestorben.

Vielen Menschen war Barth als Stauwärter des Simonsbachtal-Stausees bekannt. Mehr als 35 Jahre lang überwachte der Ruheständler die technischen Anlagen des Hochwasser-Rückhaltebeckens, eine Aufgabe, der er sich mit Leidenschaft widmete. Wanderern und Spaziergängern erklärte er gerne die Funktion des Stausees und schwärmte dabei „vom schönsten Arbeitsplatz der Welt“. „Da kommt der Deichgraf“, hieß es in Donzdorf, wo immer Gregor Barth auftauchte.

Vor allem der Musikverein „Germania“ Donzdorf trauert um seinen Ehrenvorsitzenden und langjährigen Vorsitzenden. Gregor Barth lebte für und mit der Musik, die für ihn zeitlebens ein Jungbrunnen war, von Kindesbeinen an.  Bereits im zarten Knabenalter begann er, im Akkordeonorchester Weißenstein zu musizieren. Als 1952 in seinem Heimatort die  Stadtkapelle aus der Taufe gehoben wurde, lernte er das Trompetenspiel. Seine hohe Musikalität und sein brillantes Spiel stellte  er als leidenschaftlicher Solist immer wieder unter Beweis, auch in seiner 1955 mit drei Freunden gegründeten eigenen Tanzkapelle.  Nach Heirat und Umzug nach Donzdorf  wechselte er 1967 zum Musikverein „Germania“. Dort lernte man ihn schnell nicht nur als erstklassigen Trompeter kennen, sondern schätzte auch seine souveränen Führungsqualitäten und seinen Weitblick.

1969 wurde er als Vorsitzender an die Spitze des Musikvereins gewählt und leitete diesen ohne Unterbrechung fast 30 Jahre lang.  Auch als „Mann der ersten Stunde“ und Beisitzer im Blasmusik-Kreisverband Göppingen  wurde Gregor Barth seit 1974 für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz, seine ruhige und ausgeglichenen Art, verbunden mit Optimismus und Humor, geschätzt. „Niemand anderes war so lange in der Kreisverbandsvorstandschaft tätig“, sagt Verbandsvorsitzender Roland Ströhm. Eine Herzensangelegenheit war es Gregor Barth stets, junge Menschen für die Musik zu begeistern und sie in den Verein zu integrieren. Für seine Leistungen wurde Barth vielfach ausgezeichnet. Verband und Verein trauern um einen hochgeschätzten Musikkameraden, einen Freund der sich um die Belange der Blasmusik verdient gemacht hat. „Wir verneigen uns vor ihm und seiner Lebensleistung und erinnern uns mit tiefem Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit an ihn“, so Roland Ströhm.