Gammelshausen Doch kein Blumencafé in Gammelshausen

Jetzt stehen die Zeichen auf Abbruch: Bürgermeister Kohl vor der ehemaligen Scheuer in der Gammelshäuser Ortsmitte.
Jetzt stehen die Zeichen auf Abbruch: Bürgermeister Kohl vor der ehemaligen Scheuer in der Gammelshäuser Ortsmitte. © Foto: Staufenpress
Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 20.04.2016
Mit einem Blumencafé in der Gammelshäuser Ortsmitte wird es nichts. Die Investoren für den Umbau einer alten Scheuer sind wieder abgesprungen.

Ein Blumengeschäft mit Café, das zu einer Art Begegnungsstätte werden soll - das hätte dem Gammelshäuser Gemeinderat gut gefallen. Workshops, saisonale Märkte, Veranstaltungen, eine Vermarktungsplattform für örtliche Erzeuger in der mächtigen Scheuer, die sich vis à vis des Rathauses erhebt - es wäre eine Belebung der Ortsmitte gewesen. Für Bürgermeister Daniel Kohl geradezu ein Glücksfall. Aber jetzt hätten ihm die Interessenten mitgeteilt, dass sie das Projekt nicht weiter verfolgten. Zuvor hätten bereits drei weitere Interessenten abgewinkt, die sich auf einen Aufruf der Gemeinde im vergangenen Jahr gemeldet hatten. Aus der Investorensuche ist nichts geworden, resümiert Kohl. "Eine weitere Runde starten wir nicht." Neun Monate habe sich der Gemeinderat mit der Zukunft des Areals beschäftigt - jetzt stünden die Vorzeichen auf Abbruch der alten Scheuer.

Dabei gerät die Gemeinde sogar unter Zugzwang. Die Scheuer steht dem Ausbau des Schulwegs im Wege, der zur Bebauung des hinterliegenden Grundstücks erfolgen soll. Dort will die Kreisbau ein Achtfamilienhaus hochziehen, schon im Juni soll es losgehen. Die Scheuer grenzt an den Weg und hätte bei Erhalt unterfangen werden müssen. Die Investoren hätten das umgehend anpacken müssen. So ist jetzt die Gemeinde gefragt, ihr Gebäude zügig abzubrechen.

Für Kohl geht es jetzt wieder um die ursprüngliche Absicht, dieses "Filetstück" in der Ortsmitte für ein Wohn- und Geschäftshaus zu vermarkten. "Ein gewisses Geschäftsleben" solle dort schon kommen. Kohl hat keine Bedenken, dass sich ein Investor findet. "Wir haben schon die Fühler ausgestreckt."

Das muss aber nicht alles sein. Kohl kann sich auch ein kleines Plätzle vorstellen, das von den 1100 Quadratmetern abgezwackt werden könnte.

Weiter oberhalb bleibt Platz für eine Flüchtlingsunterkunft. Dort stellt die Gemeinde dem Kreis 700 Quadratmeter für ein Quartier, vorzugsweise in Holzständerbauweise, auf fünf Jahre zur Verfügung. Ob der Kreis das nutzt, soll sich bis Ende Mai herausstellen. Eben jetzt hat der Schultes interessierte Bürger schon mal aufgerufen, sich in Arbeitskreisen für Flüchtlinge zu engagieren.

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