Hattenhofen Disput: E-Bürgerbus ein Prestigeobjekt?

Hattenhofen / SWP 04.03.2013

Einen Disput hat das E-Bürgerbusprojekt für das Voralbgebiet im Hattenhofer Gemeinderat ausgelöst. Ratsmitglied Günter Gaul missbilligte es, dass er nicht über jene Testfahrt im Dezember informiert worden sei, an der Bürgermeister Jochen Reutter als Verbandsvorsitzender und der Verbandsgeschäftsführer Thomas Herre teilgenommen haben. Außerdem habe er den Verdacht, so Gaul, dass der E-Bürgerbus "ein Prestigeobjekt für die Bürgermeister ist." Er hoffe nur, dass nicht Hattenhofen und Bad Boll als einzige Projektteilnehmer übrigblieben.

Jochen Reutter wies den Vorwurf des Prestigeobjekts zurück. Dem sei nicht so, vielmehr wolle man den Landkreis ein Stück weit positionieren. "Wenn wir nichts machen, machens andere, und wenn es dafür keine Mehrheit gibt, dann ist es so." Damit spielte er auf den Ausstieg von Zell an, dessen Auswirkungen noch unklar sind. Reutter kündigte an, dass am heutigen Montag eine Zusammenkunft stattfinde. Das Ergebnis werde man den beteiligten Gemeinderäten mitteilen. "Lassen Sie uns Hausaufgaben machen", sagte er, man sei auch dran, die Kosten zu überprüfen. Möglicherweise könne man sie minimieren. Was die Testfahrt betrifft, so spielte Reutter den Ball zurück: "Sie dürfen alle E-Bus fahren", sagte er mit Blick in die Ratsrunde. "Wir sind ein bisschen früher gefahren."