Diskussion Digitaler Wandel in der Arbeitswelt

Kreis Göppingen / SWP 19.05.2017

Mit Vertretern der Industrie, des Handwerks und der Gewerkschaften in Göppingen diskutierten die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens und Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, über die ­Herausforderungen des Digitalen Wandels für die Arbeitswelt. Albrecht ging auf die Ergebnisse des vom Ministerium organisierten Dialogprozesses „Arbeiten 4.0“ ein. Die Digitalisierung werde eher unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ diskutiert. Da die Digitalisierung aber auch die Art zu arbeiten massiv verändere, war es dem Bundesarbeitsministerium wichtig, mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen in den  Dialog zu treten, so der Staatssekretär in einer Mitteilung.

Gerade im Dienstleistungsbereich mit sogenannten Crowd­workern und scheinselbständigen Tätigkeiten bestehe Handlungsbedarf. „Wir gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung Arbeitsplätze insbesondere bei der öffentlichen Verwaltung und im verarbeitenden Gewerbe wegfallen werden. Neue Arbeitsplätze werden im Bereich der IT und bei den Dienstleistungen entstehen“, berichtete Albrecht.

Landkreis stark betroffen

IHK-Geschäftsführer Dr. Peter Saile, Verdi-Gewerkschaftssekretärin Carola Groß und der Leiter der Agentur für Arbeit in Göppingen, Wilfried Hüntelmann, gingen auf die Besonderheiten im Landkreis ein. „Die Wirtschafts- und Beschäftigtenstruktur lässt erwarten, dass der Landkreis von den Veränderungen durch die Digitalisierung stärker betroffen sein wird als andere“, so Hüntelmann. IHK-Geschäftsführer Saile sieht in der Digitalisierung Chancen für den Landkreis: „Mit der Lernfabrik 4.0 und der Transferplattform Industrie 4.0 sind wir im Landkreis gut aufgestellt.“

Hans-Georg Ehekircher von der Kreishandwerkerschaft sieht auch viele Chancen in der Veränderung: „Gerade die duale Ausbildung hat sich bei allen strukturellen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten als flexibel und anpassungsfähig erwiesen.“ Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt kein Prozess ist, der einfach geschieht, sondern dass er aktiv zu gestalten sei.

„Der Landkreis hat schon mehrere Strukturwandel durchlaufen, die teilweise schmerzhaft für die Region waren und doch mit Gestaltungskraft bewältigt wurden. Ich bin zuversichtlich, dass Wirtschaft, Betriebe und Arbeitnehmer den Herausforderungen des digitalen Wandels gewachsen sind. Denn es gilt, die Risiken so gering wie möglich zu halten und die Chancen aus der Digitalisierung zu nutzen“, so Heike Baehrens.

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