Geselligkeit Die Welt der indischen Genüsse

Die Teilnehmer des Englisch-Französisch-Sprachclubs haben ein kulinarisches Fest gefeiert. Gastgeber war Suren Dixit (li.). Sprachclub-Leiter Kewal Lekha (re.) war auch mit von der Partie.
Die Teilnehmer des Englisch-Französisch-Sprachclubs haben ein kulinarisches Fest gefeiert. Gastgeber war Suren Dixit (li.). Sprachclub-Leiter Kewal Lekha (re.) war auch mit von der Partie. © Foto: Jürgen Schäfer
Nett hier / Von Jürgen Schäfer 16.08.2018

Nett hier. Die Besucher sitzen unter Tannen, die sie zur Straße hin abschirmen, und die Inder erzählen von ihrer Lebensart. Dazu gibt es den Tschai, den leckeren indischen Tee, der zu Familie Dixit gehört wie das Amen in der Kirche.

Tschai mit warmer Milch und  Ingwer,  Kardamon oder Nelken. Die Welt der indischen Genüsse und Gewürze wie in einem Destillat. Gastgeber Suren Dixit lächelt. „Wenn du in Indien Freunde besuchst, bekommst du Tschai.“ Egal zu welcher Tageszeit. Und je nachdem etwas zu essen. Das sollte man genießen und keinesfalls ablehnen. Groß ist die indische Gastfreundschaft. Es gibt sogar noch etwas darüber hinaus: das Verständnis vom Teilen. Kewal Lekha erklärt: „Wer etwas hat, der gibt. Wer nichts hat, kann auch nichts geben.“

Es gibt auch Kaffee an diesem Sommerfest. Der Osten begegnet dem Westen im Englisch-Sprachclub in Göppingen, den Kewal Lekha seit vielen Jahren führt. Man kann sich zu Bettina setzen, die Amerika zugewandt ist und eine so überzeugte Rechberghäuserin, dass sie nirgends anders leben will, obwohl es sie auch schon ins Neckartal verschlagen hatte.

Als junge Frau war sie ein Jahr in den Staaten, als Au-Pair-Mädchen, das hat sie genossen. Später war sie nochmal beruflich wegen Daimler und Chrysler mit Amerika befasst. Den Sprachclub liebt sie, auch wenn sie nur noch selten Zeit dazu hat.  „Man kann hier alle Dialekte hören“, betont sie. Und heute ist auch eine gute Freundin von ihr aus Donzdorf gekommen, darauf hatte Bettina gehofft. Auch die musste zuletzt länger passen. Sie und ihr Sohn sind echte Amerikaner, sie sind Muttersprachler wie die Inder – das bereichert den Sprachclub.

Wobei es darauf nicht ankommt. Der Arzt im Ruhestand aus dem Mittleren Filstal schätzt es, dass man hier nur die Liebe zur Sprache mitbringen muss. „Man braucht sich nicht komisch vorkommen, wenn man German Englisch spricht. Hauptsache: man spricht.“ Der 76-Jährige liest auch gerne mal einen Text in Englisch.  Shakespeare nicht, „der hat mich in der Schule schon genervt“. Aber auch die Geselligkeit ist ein Grund, warum er dem Sprachclub schon fünf Jahre die Treue hält. Die Leute hier seien „outgoing“,  offen für Begegnungen. Und: „Es erweitert den Horizont.“

West meets Ost: Da fragt der Ruheständler, ein Schwabe, den Inder Yusuf Mukadam, wie er es denn hinkriege, den Oktopus schmackhaft zu machen, der das Herzstück beim Grillen sein wird. Mukadam verrät ihm das. Und erzählt, dass er mit dem Fischfang aufgewachsen ist. Grade mal 50 Meter vom Meer entfernt an der Westküste von Indien. Seine Eltern haben Fischerboote vermietet, da sind sie  als Kinder rausgefahren, „es war eine wunderschöne Jugend“. Das Meer, der Strand, das vermisst er hier. Auch wenn er immer wieder die alte Heimat besucht.  Mukadam schwört auf Oktopus, den es dort gab. „Natur pur, die ernähren sich nur von Algen.“ Viel Eiweiß und fettarm.

Über E-Bikes wird gesprochen, über holländischen Salat und die Dampfloks früher in Indien. Querbeet. Sogar über Politik. Das sei sonst nicht so  der Fall, sagt Herbert, der schon ewig dabei ist. Weil die Frauen im Club in der Mehrheit seien. „Da ist das nicht so gefragt.“ Aber: „Heute ist das durchmischter.“

Sprachclubs treffen sich drei Mal im Monat

Treffen Die Sprachclubs für Englisch und Französisch treffen sich drei Mal im Monat an verschiedenen Wochentagen und Orten, ab September wieder im Frisch-Auf-Restaurant, Hohenstaufenstraße (3. September), im Toscana-Ristorante, Karlstraße (11. September) und im Tresor im Golfpark, (19. September). Nähere Informationen gibt es bei Kewal Lekha unter Tel. (07161) 53082) oder E-Mail:  lekha@t-online.de

Veranstaltung Die nächste große Veranstaltung, das Xmas-Dinners, findet am Freitag, 14. Dezember, im Hotel Restaurant Linde in Wangen statt. Für weitere Infos wenden sich Interessierte an den Sprachclub-Leiter unter Tel. (07161) 53082 oder per E-Mail unter lekha@t-online.de

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