Krankheitswelle Die Viren kommen geballt

Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe. Auch das Göppinger Gesundheitsamt empfiehlt den Pieks, um gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Derzeit gibt es 110 Influenza-Fälle im Kreis.
Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe. Auch das Göppinger Gesundheitsamt empfiehlt den Pieks, um gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Derzeit gibt es 110 Influenza-Fälle im Kreis. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Kreis Göppingen / Susann Schönfelder 16.02.2018
Überall wird derzeit gehustet und geschnieft. Oft hält sich die Erkältung hartnäckig. Bisher gibt es 110 Influenza-Fälle im Landkreis.

Weil zahlreiche Lokführer krank sind, fallen rund um Ulm viele Züge aus. In manchen Betrieben ist die Produktion eingeschränkt, weil jede Menge Beschäftigte flach liegen. Oft müssen sich angeschlagene Eltern um ihre fiebernden Kinder kümmern. Erkältungskrankheiten und grippale Infekte haben derzeit im Landkreis Hochkonjunktur. Und auch die echte Grippe grassiert: Dem Gesundheitsamt Göppingen sind bis Mittwoch 110 labormedizinisch nachgewiesene Fälle einer Influenza-Erkrankung bekannt geworden. „Dabei handelt es sich um 90 Fälle der Influenza B und 20 Fälle von Influenza-A-Infektionen“, teilt Julia Schmalenberger, Pressesprecherin des Landratsamts, mit.

Im Vergleich zur Grippesaison 2016/2017 sei dies statistisch keine besonders heftige Krankheitswelle: Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 188 Fälle. „Allerdings haben wir 70 der 110 Fälle in einem sehr kurzen Zeitraum von zirka 14 Tagen gemeldet bekommen“, erläutert Schmalenberger. Das bedeute, dass die Krankheitswelle nicht heftiger ist als im Vorjahr, aber sehr geballt auftrete und daher die Menschen das Gefühl hätten, dass es in dieser Saison besonders schlimm ist. Todesfälle an Influenza seien im Landkreis Göppingen bisher nicht gemeldet worden.

Und was tut man nun, um sich möglichst nicht anzustecken und grippefrei in den Frühling zu kommen? „Besonders effektiv ist eine rigorose Händehygiene“, empfiehlt Andreas Kadel, Arzt im Göppinger Gesundheitsamt. Häufiges Händewaschen sei ein wirksames Mittel, um die Viren abzuhalten. Dazu genüge es, auf haushaltsübliche Seife zurückzugreifen. „In besonders zweifelhaften Fällen, bei welchen der Dialogpartner sich durch häufiges Niesen und andere Erkrankungssymp­tome hervorgetan hat, kann auch durchaus eine Händedesinfektion mit einem handelsüblichen Händedesinfektionsmittel angewandt werden“, lautet der Tipp aus dem Gesundheitsamt. Zudem ganz wichtig: Am besten nicht jedem Mitmenschen die Hand schütteln – auch wenn es vielleicht unhöflich wirken mag.

 Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich so verhalten, dass eine Ansteckung so gut wie nicht möglich ist. „Es geschieht am einfachsten durch das Vermeiden von Menschenansammlungen“, lautet Kadels Rat. Die Fasnetszeit ist vorbei, aber wer ohne Schnupfen, Husten und Fieber durch die kalte Jahreszeit kommen will, meidet am besten große Sport- oder Kulturveranstaltungen.

 Zum Schutz vor einer Influenza-Krankheitswelle gehört aber auch eine gesunde Ernährung. Das A und O sei dabei, ausreichend zu trinken – am besten Wasser und Tee. Außerdem sollten geschlossene Räume regelmäßig gelüftet werden. Wer sich dann noch ausreichend an der frischen Luft bewegt – natürlich mit einer angemessenen Winterbekleidung – stärkt sein Immunsystem und bietet den Grippe- und Erkältungsviren die Stirn.

 „Zum Schluss, aber nicht an letzter Stelle soll hier die Grippeschutzimpfung erwähnt werden, die natürlich eigentlich vorsorglich im Herbst 2017 hätte erfolgen sollen“, unterstreicht der Mediziner. Doch auch jetzt empfiehlt das Gesundheitsamt, sich noch gegen Grippe impfen zu lassen.

Bei den ersten Anzeichen zum Arzt

Aufruf: Der für Gesundheit zuständige Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha ruft regelmäßig dazu auf, sich gegen die Influenza-Viren impfen zu lassen – auch wenn die Grippewelle bereits rollt. Insbesondere ältere Menschen über 60 Jahre sollten sich mit einer Impfung schützen. Impfen sei eine der wichtigsten und wirksamsten Präventionsmaßnahmen. Besonders wichtig sei die Impfung neben älteren Menschen auch für chronisch Kranke und Schwangere, da diese ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen als andere Personengruppen hätten. Einen nachdrücklichen Appell, sich gegen Grippe impfen zu lassen, richtet der Minister auch an das Personal in Kliniken und Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen.

Anzeichen: Das Landesgesundheitsamt empfiehlt besonders älteren Menschen, bei Anzeichen einer Grippe so schnell wie möglich zum Arzt zu gehen. Durch Medikamente könne die Vermehrung der Viren innerhalb der ersten Stunden noch gebremst werden.

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