Uhingen Die schnelle Aufbautruppe

Kleine Verschnaufpause fürs Pressefoto: Die Aufbauhelfer (v.l.) Stefan Renfftlen, Hermann Schrag, Walter Zwicker, Yanik Hofmann, Gerhard Kranich (sitzend) sowie Markus Hasert, Rainer Hasert, Dominik Pscheidt, Theodor Mayer, Moritz Zwicker, Peter Weeger und Gabriel Pscheidt (stehend).
Kleine Verschnaufpause fürs Pressefoto: Die Aufbauhelfer (v.l.) Stefan Renfftlen, Hermann Schrag, Walter Zwicker, Yanik Hofmann, Gerhard Kranich (sitzend) sowie Markus Hasert, Rainer Hasert, Dominik Pscheidt, Theodor Mayer, Moritz Zwicker, Peter Weeger und Gabriel Pscheidt (stehend). © Foto: Ulrike Albrecht
ULRIKE ALBRECHT 26.07.2014
In einer Porträtserie stellen wir Menschen vor, die seit Jahren zum Erfolg des Sommerfestivals auf Schloss Filseck beitragen. Heute stellen wir die Aufbauhelfer vor, eine engagierte Truppe vom Schüler bis zum Rentner.

Einen Schlosshof in ein Freilufttheater verwandeln, das ist ihre Aufgabe, einmal im Jahr, immer kurz vor dem Sommerfestival auf Schloss Filseck. Den Rest des Jahres befinden sich die Mitglieder der Schlosshof-Freilufttheater-Verwandlungsgruppe im Ruhestand, mehr oder weniger. Tatsächlich ist die Hälfte der Männer, die hier zupacken, nicht mehr berufstätig. Deshalb können sie sich auch dann Zeit nehmen, wenn kein anderer Zeit hat: mitten unter der Woche. Jeder Berufstätige muss da Urlaub nehmen. Doch so lange die rüstigen Rentner Jahr für Jahr antreten, um die Bühne und die Traversen für Licht- und Tontechnik aufzubauen, bleibt das vielen erspart. Insgesamt sind etwa zwölf Leute mit dem Bühnenaufbau beschäftigt, ein bunt gemischtes Grüppchen, quer durch die Generationen.

"Wir haben alles dabei: Schüler, Studenten und Studierte mit linken und rechten Händen, Junge, Alte, einen Bänker, zwei Ingenieure, einen Landwirt, einen Arzt und Psychologen, einen Baufacharbeiter, einen Vermessungstechniker, alles mögliche", so Peter Weeger, einer der Ruheständler und seit sechs Jahren Teil des Aufbauteams. Die Stimmung sei gut und alle seien hoch motiviert. Deshalb kommt er jedes Jahr gerne wieder. Die Erfahrung kommt der Arbeit zugute: Gerade die langjährigen Helfer kennen jeden Arbeitsschritt und können mit- und vorausdenken. Manche bringen sogar Werkzeug, Handschuhe, Kabelbinder oder Wasserwaagen von zuhause mit, um optimal gerüstet zu sein.

In der Regel braucht das Dutzend Mannen zwei Tage für den Aufbau, denn alles muss doppelt installiert werden: für gutes Wetter auf dem Filseck, für schlechtes in der Bürenhalle Wäschenbeuren. Im Gegensatz zu den Konzerten findet der Aufbau nämlich bei jedem Wetter auch draußen statt: bei brütender Hitze ebenso wie bei strömendem Regen. In diesem Jahr standen die Aufbauhelfer vor einer besonderen Herausforderung: Beide Spielorte mussten an einem Tag aufgebaut werden, weil das Festival zum 20-jährigen Bestehen einen Abend früher beginnt als sonst.

"Da muss man sich die Kräfte gut einteilen", sagt Peter Weeger: "Der Tag kann lang werden!" Immer am Mittwochmorgen liefert ein 40-Tonner die Bühnen an, drin sind rund 30 Tonnen Material: unendlich viele Einzelteile, die von Hand bewegt und verbaut werden müssen. In der Bürenhalle geht alles ein wenig leichter als im Schlosshof, wo der Boden nicht eben ist, ein Steinbrunnen überbaut werden muss und manch andere Tücke des historischen Objekts wartet. Aber damit kennen sich die Aufbauhelfer bestens aus. Gefragt nach Pleiten, Pech und Pannen, zucken die Männer nur mit den Schultern: Nichts Nennenswertes sei passiert in all den Jahren. Sie arbeiten einfach zu gut . . .

Am Ende geht natürlich alles wieder retour. Nach dem Schlusskonzert, wenn der Applaus verebbt ist und die Künstler sich verabschiedet haben, dann treten sie wieder in Aktion, die Auf- jetzt als Abbauhelfer. Sie verwandeln das Freilufttheater zurück in einen Schlosshof. Alles wird sorgfältig verpackt und aufgeräumt, damit man im nächsten Jahr genau weiß, wo was ist und "einfach nur hinlangen muss".