Die neue Grundwasserfilteranlage

SWP 21.03.2014

Die Technik Die 9,6 Millionen Euro teure Filteranlage der Landeswasserversorgung bereitet 1500 Liter in der Sekunde auf. Sie besteht laut Pressesprecher Bernhard Röhrle aus Mehrschichtfiltern: eine Schicht aus Quarzsand, einem zweischichtigen Kohlefilter und einem Aktivkohlefilter, der auch feinste Spuren aus dem Wasser filtert.

Spurenstoffe Die Anlage wurde gebaut, um organische Spurenstoffe aus dem Wasser zu filtern, wie Spritzmittel und deren Abbauprodukte, etwa Atrazin. Das Herbizid sei seit 1988 in Deutschland verboten, aber noch immer lande in manchen Wasserfassungen zwischen 70 und 130 Nanogramm pro Liter. "Der Grenzwert liegt bei 100 Nanogramm", sagte Röhrle. Auch Keime von der Gülle- und Gärrest-Ausbringung werden gefiltert. Nicht nur Abbauprodukte aus der Landwirtschaft werden von der Anlage absorbiert, auch solche aus Kläranlagen. Einige Kläranlagen im Wassereinzugsgebiet leiten laut Röhrle ihr Oberflächenwasser in Flüsse, Langenau beispielsweise in die Nau. Darin befinden sich Reste von Psychopharmaka und Stoffe wie Acesulfam, ein künstlicher Süßstoff. "Auch das wollen wir nicht in unserem Wasser", betonte Röhrle.

Nitrate Gegen die hohe Nitratbelastung des Wassers, ein weiteres gewichtiges Problem der Landeswasserversorgung, richtet die Anlage nichts aus. "Um die Nitrate herauszufiltern, ist eine ganz andere Technik nötig." Dazu müsste die LW eine zusätzliche Anlage bauen, die ebenfalls zwischen neun und zehn Millionen Euro kostet. Aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs ist diese laut Röhrle im Unterhalt erheblich teurer. "Das würde sich sicher auf den Wasserpreis niederschlagen."

Neue Filteranlage fürs Grundwasser