Hohenstadt Die Keltenkunst ist zurück

Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher klärt Bankvorstand Ralf Schiffbauer und Bürgermeister Günter Riebort (von links) über die keltischen Fundstücke und deren geschichtliche Bedeutung auf.
Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher klärt Bankvorstand Ralf Schiffbauer und Bürgermeister Günter Riebort (von links) über die keltischen Fundstücke und deren geschichtliche Bedeutung auf. © Foto: Margit Weber
MARGIT WEBER 16.07.2015
Seit gestern gibt es in der Hohenstadter Volksbank-Zweigstelle auch einen "Schatz": In einer Ausstellung werden dort keltische Funde gezeigt, die vor rund 30 Jahren im Gewann Feuerbuch entdeckt wurden.

In einer kleinen Feierstunde haben am Dienstagabend der Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher, das Vorstandsmitglied der Volksbank Laichinger Alb, Ralf Schiffbauer, und Hohenstadts Bürgermeister Günter Riebort der Gemeinde einige keltische Fundstücke zurückgegeben, die in den 80er Jahren bei Hohenstadt gefunden wurden. Sie werden nun in einer Ausstellung in den Räumen der Volksbank-Zweigstelle gezeigt.

Lange hat es gedauert, bis die Ausstellungsstücke wieder in Hohenstadt gelandet sind. Zum einen lag es daran, dass der Finder und Heimatforscher Friedrich Mangold aus Laichingen die Fundstücke wohl einige Zeit bei sich zu Hause aufbewahrte. Einen anderen Grund nannte Archäologe Rademacher in einer Ansprache: "Wir kennen viele Grabhügel, wie hier am Gewann Feuerbuch, doch leider fehlt es an Geld und Fachpersonal, um überall eine Ausgrabung machen zu können." Rademacher ist froh, dass durch Hobbyarchäologen viele Stücke gefunden werden, die auch oft den Weg zu ihm finden. Die Stücke wurden oftmals durch das Pflügen der Äcker zum Vorschein gebracht. Auf dem Gewann Feuerbuch bei Hohenstadt waren zirka sechs Grabhügel vorhanden - lediglich einer sei noch als Hügel zu erkennen, was aber in einigen Jahren vorbei sein dürfte, sagte der Kreisarchäologe.

Reinhard Rademacher ging auch auf die Geschichte ein und sprach vom "Alteuropa" vor 2300 Jahren. "Damals schon waren die Menschen in Europa unterwegs und Waren oder Rohstoffe wurden von überall her zu uns gebracht. Die Menschen wussten ganz genau, was es wo gab, und was damit anzufangen war."

Die eigens für die Ausstellung von Diplomdesignerin Katja Bode erstellte Informationstafel trägt als Zierde die Muster der Scherben von der Fundstelle. Dort wird genau erläutert, wie die Funde zeitlich einzugrenzen sind - die meisten Stücke dürften aus dem Grab einer reichen Frau stammen. In der von der Volksbank finanzierten Glasvitrine sind eine sehr gut erhaltene bronzene Gewandschließe, Armreife, ein eisernes Messer sowie Teile einer Gürtelschnalle zu sehen.

Alle Stücke sind restauriert worden und bleiben nun für einige Zeit in der Volksbankzweigstelle in Hohenstadt. Über weitere Ausstellungen im Landratsamt Göppingen und in der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank in Laichingen kommen die Zeugen aus der Vergangenheit schließlich wieder nach Hohenstadt - und zwar ins Rathaus. Bürgermeister Günter Riebort freut sich sehr, dass die Funde nun in Hohenstadt zurück sind. "Bei der 1150-Jahrfeier vor vier Jahren wurde das Thema zum ersten Mal diskutiert und hat nun hiermit ein gutes Ende gefunden, was mich für unsere Gemeinde sehr freut."