Handwerk Die Ideen gehen einfach nicht aus

Eine starke Truppe: Schaffer der integrativen Holzwerkstatt in Zell mit FSJler Robert Manthey (hintere Reihe rechts).
Eine starke Truppe: Schaffer der integrativen Holzwerkstatt in Zell mit FSJler Robert Manthey (hintere Reihe rechts). © Foto: Sabine Ackermann
Sabine Ackermann 06.12.2018

Moritz Schiebel hat heute einfach keine Zeit für „doofe“ Fotos, weiß er doch, im Dezember, wenn die Tage dunkler und kälter werden, ist immer viel zu tun. Während sich seine Arbeitskollegen im Holzladen zum „Foto-Shooting“ versammeln, schafft der junge Mann ohne mit der Wimper zu zucken weiter. Werkstattleiter Heinrich Götz geht zu ihm und es dauert keine zwei, drei Sätze und Moritz ist dabei. Das findet auch die restliche Mannschaft klasse, denn schließlich gehört Moritz als „alter Hase“ zum Stammpersonal.

Ohne Frage, die erfahrenen Mitarbeiter der integrativen Holzwerkstatt der Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad Boll wissen ganz genau, dass man bei den Vorbereitungen des alljährlichen Werkstatt-Weihnachtsverkaufs ganz schön ranklotzen muss. Auch Lisa Attinger, Ramona Bauer und Katrin Vogt gehören zu den Urgesteinen der Zeller Holzwerkstatt, die heuer schon 15 Jahre alt wird. Immer am Jahresende freuen sie sich darauf, an diesem besonderen Tag zusammen als Team, aber auch als einzelne Persönlichkeit ihrer Familie, Freunden und einer großen Besucherzahl zeigen zu können: „Seht her, das habe ich gemacht“.

Seit Herbst arbeiten hier neun Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf, einige darunter kommen vom Institut Eckwälden oder von der Bodelschwingh-Schule Göppingen und haben schon während eines Praktikums reingeschnuppert. Annika Hagmann, Matthias Funk, Sema Nur Tufan, Johannes Kurz und Manuel Schneider machen die Gruppe komplett, unterstützt werden die jungen Leute neben den Schreinern Heinrich Götz, Peter Siller und Andrea Braun, die zudem als Betreuerin fungiert, ist seit kurzem auch Robert Manthey mit an Bord, der dort sein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

„Von dr Stell weg g’loffa“, bringt Werkstattleiter Heinrich Götz die erfreuliche Nachfrage für ihr neuestes Produkt, ein sogenannter Ausschankständer, auf den Punkt. Wobei, am Namen könnte man gewiss noch feilen. Mittlerweile müssten sie „kernig“ produzieren, auf so viele Vorbestellungen waren sie gar nicht eingestellt. Doch die im Grunde simple und praktische „Einschenkhilfe“ für 5-Liter-Saft-Kartonagen kommt bei den Getränkehändlern und Privatkunden sowie im Online-Shop gleichermaßen gut an.  Dieser neue Alltagshelfer wird von den Mitarbeitern mit Unterstützungsbedarf wie fast alles aus Holz, fein abgeschliffen und eingeölt.

Nach wie vor arbeiten sämtliche Beschäftigte „auf Augenhöhe“ und werden wie Heinrich Götz und Andrea Braun bestätigen „ganz individuell in den Alltag mit eingebunden“. Auch beim traditionellen Werkstatt-Verkauf genießt das komplette Team die aufs „Wesentliche reduzierten Begegnungen“, denn gerade diese machen Sinn und erfüllen den erwünschten Zweck zu „einem offenen freundlichen Miteinander“.

Als Überraschung zum Mini-Jubiläum bekommen die ersten hundert Besucher einen individualisierten „Spaghetti-Stab“ aus Holz geschenkt. Mit diesem Test-Stab lässt sich eine einzelne Nudel aus dem Wasser fischen, um zu prüfen, ob die Spaghetti auch „al dente“ sind. Bei kostenlosem sowie alkoholfreiem Punsch und Stollen, finden die Besucher in liebevoller Handarbeit gefertigtes Holz-Spielzeug oder Nützliches für Tisch und Küche.

Info Am morgigen Freitag, 7. Dezember, lädt das Team der Holzwerkstatt von 14 bis 20 Uhr zum traditionellen „Werkstatt-Weihnachtsverkauf“ in die Boschstraße 20 nach Zell ein.

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