Nahverkehr Die Hoffnung ruht auf dem neuen  Fahrplan

Kreis Göppingen / Dirk Hülser 09.12.2017

„Gespannt schauen wir auf den Fahrplanwechsel an diesem Sonntag. Wird die Filstalbahn endlich wieder jene Stabilität des Fahrplans erhalten, die den tiefen Frust der betroffenen Pendler lindern kann?“ Diese Frage stellte Landrat Edgar Wolff gestern im Kreistag, bevor der Haushalt 2018 verabschiedet wurde. Denn morgen ist es soweit: Dann tritt der Winterfahrplan der Bahn in Kraft, somit auch Änderungen auf der Filstalstrecke.

Der Landtagsabgeordnete Alexander Maier (Grüne) verspricht: „Mit dem Fahrplanwechsel gibt es ein gutes Angebot.“ Er schränkt zugleich ein: „Aber für die Verspätungen bringt das natürlich nichts.“ Die derzeitige Situation sei nicht tragbar: „Man erwartet ja schon gar nicht mehr, dass Züge pünktlich kommen.“ Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Daniel Renkonen, ergänzt: „Es wäre völlig vermessen, den Pendlern zu sagen, ihr habt bald wieder 99 Prozent Pünktlichkeit“.

Maier und Renkonen hatten eine Anfrage ans Verkehrsministerium gestellt und um Auskünfte zur Filstalbahn gebeten. Die meisten Verbesserungen werde ab morgen die „überschlagene Wende“ im Stuttgarter Hauptbahnhof bringen, die die verbliebenen „kurzen Wenden“ bei den Nachmittagsverbindungen um 16.31 und 17.31 Uhr (beide künftig zwei Minuten früher) ablöst. Statt sofort wieder umzukehren, stehen künftig andere Züge für die Fahrt in die Gegenrichtung bereit. „So wird der Rattenschwanz der Verspätungen abgebaut“, verspricht Renkonen.

Die ganze Misere sei die Folge von Personalmangel, sagen die Abgeordneten. Nachdem unter anderem die Filstalbahn aber auch andere Strecken 2019 von privaten Anbietern übernommen werden, hätten sich viele Lokführer und Zugbegleiter wegbeworben, die fehlen nun bei DB Regio.

Neben einem zusätzlichen Zug frühmorgens von Plochingen gibt es zwei Veränderungen um die Mittagszeit. Hier fahren nun Züge ab oder bis Lonsee statt ab Geislingen und in der Gegenrichtung bis Süßen. Aus der Anfrage ans Ministerium wird aber auch deutlich: Statt neuer Intercity-Halte einzurichten, fallen bestehende weg. Der IC um 5.31 ab Göppingen nach München ebenso wie jener in der Gegenrichtung, der um 23.42 Uhr in Göppingen ankam.Ab morgen wird sich zeigen, ob Renkonens Einschätzung weiterhin zutrifft: „Die Filstalbahn ist das größte Sorgenkind in Baden-Württemberg.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel