Wiesensteig Die Freibierpolka wurde erhört

Ein beeindruckendes Bild: Den Taktstock vor dem Massenchor unter den mächtigen Türmen von Sankt Cyriakus in Wiesensteig schwang gestern Vormittag Peter Zwisele. 
Ein beeindruckendes Bild: Den Taktstock vor dem Massenchor unter den mächtigen Türmen von Sankt Cyriakus in Wiesensteig schwang gestern Vormittag Peter Zwisele.  © Foto: Patricia Jeanette Moser
Wiesensteig / Von Patricia Jeanette Moser 11.06.2018
Viele zufriedene Gäste, gute Laune und perfektes Frühsommerwetter beim 68. Tälesmusikertreffen in Wiesensteig, dem Städtle am Filsursprung.

Respekt für den Mut der Wiesensteiger Veranstalter, das Tälesmusikertreffen komplett im Freien abzuhalten. In schönerer Kulisse könnte so ein Fest kaum stattfinden“, schilderte Hans Allmendinger aus Mühlhausen seine Eindrücke vom 68. Tälesmusikertreffen im Städtle am Filsursprung. Viele teilten seine Ansicht an diesem Wochenende. Lob für die Organisation kam nicht nur von Bürgermeister Gebhard Tritschler. Er befand mit einem Zitat von Friedrich Nitzsche, dass das Leben ohne Musik ein Irrtum wäre und dehnte dies inhaltlich auf die „Blasmusik“ aus.

Die vielen Musikkapellen an einem Ort boten eine beeindruckende Optik. Der Schauplatz im „engen“ Tal sorgte für ein stimmungsvolles Ambiente und eine gute Akustik. Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Hermann Färber schätzt, als ehemaliger Posaunist beim Musikverein Böhmenkirch, die Blasmusik sehr. Darüber hinaus sei Wiesensteig immer eine Reise wert und dabei blickte er auf den voll besetzten Marktplatz im Städtle.

Nach diesen Worten ertönte vom Musikverein Gruibingen, wohl nicht ganz uneigennützig, die „Freibierpolka“. Wolfgang Heidner, vom Organisatorenteam der Stadtkapelle Wiesensteig, winkte zusätzlich ein wenig mit dem „Zaunpfahl“. Die Aktion war erfolgreich. Der Politiker und ein paar Helfer stemmten die Krüge selbst und ließen die Musiker auf der Bühne nicht verdursten.

Das ganze Festtagswochenende zeigte sich strahlend. Der Samstag stand ganz im Zeichen der Jugend. Alle Jugendkapellen fanden sich zu einem Massenchor zusammen, bevor sie später einzeln musizierten. „Sie gaben so ein schönes Bild ab, mit ihren bunten T-Shirts“, so schwärmte Claudia Baier, Schriftführerin und Mit-Gastgeberin aus den Reihen der Stadtkapelle Wiesensteig.

Auch musikalisch ist die Jugend auf einem guten Weg, wie die Resonanz beim Publikum zeigte. Der Abend mit den „Besenkrachern“ zog das Partyvolk reichlich an, bis  nach Mitternacht gab es „Partyvolxmusik“. Endgültige Ruhe zog erst gegen 3 Uhr am Sonnntagmorgen ein. Ein schönes Bild bot sich gestern Vormittag, als nach und nach die Musikkapellen einmarschierten. Fachwerk und Tracht beziehungsweise Dirndl harmonierten optisch wunderbar miteinander. Dieser Anblick wurde in allen Grußworten der Ehrengäste unterstrichen, aber auch von den Gästen an den Biertischen. Gut 300 Musiker versammelten sich zu Beginn des Sonntagsprogramms zum Massenchor am Kirchplatz, zu Füßen der Kirche Sankt Cyriakus.  Die Musiker spielten gemeinsam die „Festtagshymne“.  Schwungvoll ging es weiter mit den „Freundschaftsklängen“. Den Schluss zierte das „Deutschlandlied“.

Peter Zwisele, der musikalische Leiter der Stadtkapelle Wiesensteig, übernahm als Gastgeber den Taktstock beim Massenchor. „Es ist schon ein erhebendes Gefühl, so viele Musiker zu leiten“, bestätigte der Vollblut-Musiker später.

Viele Sonnenschirme spendeten Schatten. 150 Helfer trugen dazu bei, dass die Gäste in Wiesensteig bestens mit Speis und Trank versorgt wurden. Die Musikkapellen/-vereine von Gruibingen, Reichenbach im Täle, Bad Ditzenbach, Geislingen, Westerheim, Eybach, Deggingen, Bad Überkingen und Gosbach ließen ihre Instrumente unermüdlich erklingen. Auch Kreisverbandsvorsitzender Roland Ströhm sprach vom beeindruckenden Bild, und lobte die Musiker für ihre musikalischen Leistungen. Der Mut der Wiesensteiger veranlasst nun auch die Eybacher, ihr künftiges Tälesmusikertreffen ähnlich zu gestalten, wie die Wiesensteiger Gastgeber verrieten.