Ausbildung Die Basis für die Gastro-Karriere

Mit einem Empfang begann die Abschiedsfeier für die Absolventen des „FHG-Modells“.
Mit einem Empfang begann die Abschiedsfeier für die Absolventen des „FHG-Modells“. © Foto: Constantin Fetzer
Bad Überkingen / Constantin Fetzer 30.07.2018

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für 68 Gastronomie-Profis, die in den vergangenen drei Jahren ihre Ausbildung unter anderem an der Landesberufsschule in Bad Überkingen gemacht haben. Die Absolventen des „FHG-Modells“ kommen aus den besten Häusern in Deutschland und gelten als die „Champions-League“ unter dem Branchen-Nachwuchs, der so jung oft gar nicht mehr ist. Denn das Modell, das die Bad Überkinger Landesberufsschule auf Initiative des Vereins „Förderer der in der Hotellerie und Gastronomie Beschäftigten und Auszubildenden“ (FHG) als Zusatzqualifikation für Köche und Restaurantfachleute anbietet, soll vor allem Abiturienten und gute Realschüler ansprechen. Aber auch jene, die vielleicht schon eine andere Ausbildung gemacht haben, studiert haben oder erst spät in „die große Familie der Gastronomie“ hinzugekommen sind, wie sich die Branchenvertreter sehen.

Die Ausbildungsbetriebe der FHG-Schüler gehören zu den gehobeneren Häusern und die Anforderungen dort sind höher als in jenen Gastronomien, aus denen die meisten der jungen Menschen an der Kerschensteiner-Schule in Bad Überkingen stammen. Sterneküche und Systemgastronomie beim Fastfood-Restaurant um die Ecke könne man nicht vergleichen und darum wurde dieser spezielle Unterricht für die Anforderungen mit höherem Level gestaltet, um den Azubis aus den Sterne-Häusern passgenaue Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dabei bescheinigt der Vorsitzende des FHG, Bernhard Zepf, der Schule in Bad Überkingen herausragende Arbeit: „Sie haben hier die beste Ausbildung erhalten, die es an einer Berufsschule in Deutschland gibt“, gibt er den Absolventen bei der Veranstaltung in seinem Grußwort mit auf den Weg. Mit dieser Basis starte die Karriere in der Gastronomie: „Das Beste liegt vor Ihnen.“

Schülerin Rosina Ostler blickte in einer Ansprache auf die Ausbildungszeit zurück: „Der Teamgedanke ist gewachsen und der Zusammenhalt ist groß“, berichtet die Jung-Köchin, die in der Traube Tonbach in Baiersbronn ihre Ausbildung absolviert hat. „Ich habe in den vergangenen drei Jahren fachlich und menschlich mehr gelernt, als in meinem Bachelor- und Masterstudiengang, die ich vor meiner Ausbildung gemacht habe“, blickt die 26-jährige zurück.

Uta Schlagenhauf, die im Hotel Bareiss in Baiersbronn arbeitet und im Vorstand des FHG ist, weiß: „In der Gastronomie kann man sich viele Netzwerke schaffen und kann auf der ganzen Welt arbeiten – so lernt man sich kennen oder bleibt in Kontakt“, erklärt sie. Viele der FHG-Absolventen arbeiten nach der Ausbildung in ihrem Betrieb weiter, andere zieht es in die Welt – einige werden aber auch einen ebenfalls vom FHG initiierten Studiengang an der Dualen Hochschule in Ravensburg beginnen, um weiter ganz praxisnah an ihrer Karriere zu arbeiten. „Die Gastronomie ist keine Theorie, sondern man geht mit Menschen um – jeden Tag mit viel Engagement“, weiß Uta Schlagenhauf.

Die Förderung gibt es seit 30 Jahren

Der „Förderer der in der Hotellerie und Gastronomie Beschäftigten und Auszubildenden e.V.“ wurde vor fast 30 Jahren Jahren von Hoteliers um Top-Gastronom Hermann Bareiss (Baiersbronn) gegründet und hat sich das Ziel gesetzt, die guten Mitarbeiter in der Gastronomie noch besser zu machen – auf höchstem Niveau.

Zum gemeinsamen Abschluss der Ausbildung fahren die Absolventen in diesen Tagen nach München, um dort die Gastronomie zu erleben – vom rustikalen Biergarten bis hin zu Sterne-Restaurants.

Die Paul-Kerschensteiner-Schule in Bad-Überkingen besuchen rund 2300 Auszubildende aus verschiedenen Gastronomie-Berufen im Südwesten.

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