Bevor die Veranstaltung zum Weltdiabetes-Tag begann, gab es eine traurige Nachricht vom kaufmännischen Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid. Er musste mitteilen, dass einer der drei Referenten, Dr. Peter Richter, in der Nacht ganz plötzlich gestorben war. Richter war als Chefarzt der Gefäßchirurgie der Klinik am Eichert für den Vortrag zur Halsschlagader vorgesehen gewesen. In sämtliche Grußworten würdigten die Redner ihn zunächst als kompetenten Arzt und feinen Menschen, bevor das eigentliche Programm nach einer Gedenkminute begann. Man habe die Veranstaltung nicht mehr absagen können, erklärten die Veranstalter.

Jeder Fünfte in Deutschland weiß nicht, dass er Diabetes hat. Seit 1998 hat es eine Steigerung um 38 Prozent auf nunmehr 6 Millionen Betroffene gegeben. Das habe mit unserem Wohlstand zu tun. Prävention müsse daher in den Mittelpunkt gestellt werden, um viel Leid zu verhindern, so Wolfgang Schmid.

Heike Baehrens, SPD-Bundestagsabgeordnete im Kreis Göppingen und Mitglied im Gesundheitsausschuss, sagte, dass angesichts der steigenden Zahlen von Diabetes auch bei Kindern es eine dauernde Aufgabe von Prävention und guter Behandlung sei. Sowohl Patienten als auch Angehörige würden vor schwierige Herausforderungen gestellt. Sie wies auf das Präventionsgesetz des Bundestages hin, das diese Aufgaben erleichtern solle.

Der Geschäftsführer der AOK Neckar Fils, Johannes Bauernfeind, schloss sich dem Dank an den aktiven Göppinger Diabetiker Bezirksverband unter Kewal Lekha an, der die Veranstaltung moderierte. Es gebe wenige solche Selbsthilfegruppen mit so vielen Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten und mit dieser breiten Palette von Aufklärung. Bauernfeind stellte drei wichtige Elemente heraus: die Krankheit nach Möglichkeit durch den entsprechenden Lifestyle vermeiden, die frühe Erkennung der Krankheit und die heutige bessere Behandlung im Vergleich zu früher. Er plädierte für die Vorsorgeuntersuchungen, die als Kassenleistungen angeboten werden. Damit könne man Lebenszeit und Lebensqualität gewinnen.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagte Dr. Frank Genske, Vorsitzender der Kreisärzteschaft, um die Wichtigkeit von Wiederholungen solcher Veranstaltungen deutlich zu machen. Diabetes-Patienten lebten heute wesentlich länger trotz der Schäden, die nicht immer reparabel seien. Insulin und Medikamente heilten nicht, aber sie würden helfen. Früher sei etwa eine Dialysebehandlung bei Diabetes-Patienten nicht möglich gewesen.

Während der Vorträge von Dr. Klaus Metter und Professor Dr. Stephan Zangos zum Thema Lebererkrankungen und zu einer Heilung mit Röntgenstrahlung fanden verschiedene Gesundheitschecks, Augentests, eine podologische Fachberatung und Screenings von Hals- und Bauchschlagader statt.

38


Prozent beträgt die Zunahme der
Diabetes-Erkrankungen in Deutschland seit 1998. Insgesamt sind nunmehr sechs Millionen Menschen betroffen.