Planung Der Viehmarkt ist das nächste Ebersbacher Projekt

Ebersbach / Ingrid Zeeb 25.02.2017

Gestern wurde der Abschluss der großen Innenstadt­sanierung „Ludwigstraße/Kauffmannareal“ gefeiert, da richtet Ebersbach den Blick auf das nächste Projekt. Und sogar mehr als das: Das neue Sanierungsgebiet Viehmarkt, das den Brückenschlag zwischen neuem Kinderhaus und Innenstadt bilden soll, ist schon mitten in der Planungsphase. Der Gemeinderat hat jetzt einem Planungskonzept der Entwicklungsgesellschaft Steg mehrheitlich zugestimmt.

Im Süden an der Fils hochwertiges Wohnen, im Norden an der Hauptstraße Geschäfte, Dienstleistungen und Wohnungen, dazwischen 50 Parkplätze und ein gestalteter „Quartiersplatz“ – der überwiegenden Mehrheit der Gemeinderäte gefielen diese ersten Planskizzen. „Das ist eine gute Grundlage, darauf kann man aufbauen“, fasste Armin Bühler (FWV) zusammen. „Interessant wird es dann bei der Akquise. Denn die spannende Frage ist: Was kommt dann tatsächlich?“ Erst wenn die Nutzer feststehen, entscheide sich, wie das Quartier am Ende aussehen wird.

Man war schon im Gespräch mit einem Bio-Markt, aber das habe sich leider zerschlagen, sagte Steg-Projektentwicklerin Sonja Knapp. Aber es gebe andere Optionen: „Derzeit prüft die Stadtverwaltung, ob es Sinn macht, die Bibliothek dort unterzubringen.“ Auch das Thema Hotel sei in der Prüfung.

Ingrid Scherr (SPD) lag der Bau eines Spielplatzes in dem neuen Viertel besonders am Herzen, denn: „Unser Antrag, im Viehmarkt-Areal einen hochwertigen Spielplatz zu bauen, wurde abgelehnt mit der Begründung, es komme ja dort einer hin.“ Mit ein paar versprengten Geräten sei es aber nicht getan.

Auf die Frage aus der CDU-Fraktion, was die Gestaltung des Quartiersplatzes koste, antwortete Knapp, „vielleicht 50 000 bis 60 000 Euro, aber es ist Verhandlungssache, was der Investor gestaltet, und was die Stadt.“ Brigitte Kreisinger (CDU) sprach sich auch für einen Spielplatz aus, fand ihn aber direkt neben parkenden Autos problematisch. Und ob ein Gemüsehändler die zu erwarteten Ladenmieten bezahlen könne, bezweifelte sie auch.

Klaus Walter (Grüne) fragte, ob der Wohnraum, der dort entsteht, auch bezahlbar sei oder eher exklusiv. Bürgermeister Sepp Vogler dämpfte seine Hoffnungen: „Ganz günstig ist dort nicht möglich.“ Schon allein die notwendigen Tiefgaragen machten es teurer.

Stadtplaner Jan Werneke stellte im Zusammenhang mit den Fragen zu den Kosten klar: „Wir generieren zunächst einmal Einnahmen, denn wir verkaufen Grundstücke. Die Frage ist: Wieviel davon setzen wir für die Gestaltung ein?“ Eine gute Gestaltung erleichtere auch die Vermarktung, gab der Bürgermeister zu bedenken. Ein langwieriges Verfahren sei nicht notwendig, sagte er, denn es gebe bereits einen Bebauungsplan, der lediglich geändert werden müsse. Abgelehnt wurde die Planung nur von CDU-Gemeinderat Paul Rösch, der den Quartiersplatz überflüssig und zu teuer findet. Bei zwei Enthaltungen stimmten die anderen Räte zu. Die Steg macht sich nun auf die Suche nach Investoren und Nutzern.