Geislingen Der typische Arbeitstag eines Polizisten

Geislingen / MATTHIAS LINDNER, OZAN CAN AKSAN, JOZEF KQIRAJ, DANIEL KASPER 20.07.2012

So sieht der Arbeitsalltag eines Polizisten aus: Jeden Morgen kommen ich und meine Kollegen um acht Uhr ins Revier und ziehen uns erst mal unsere Uniformen an. Dann setzen wir uns an unsere Arbeitsplätze mit einer Tasse Kaffee und suchen nach aktuellen Fällen, zu denen noch ein Bericht geschrieben werden muss. Wir sind für zwölf Gemeinden zuständig, unser Dienstkreis reicht von Amstetten bis nach Süßen und von Böhmenkirch bis Gruibingen. Meine Kollegen und ich behandeln rund 2000 Straftaten pro Jahr, drei Viertel davon sind Diebstahl und Sachbeschädigung.

Mein persönlich schlimmster Tag ist schon 30 Jahre her, als wir zu einem Fall gerufen wurden, bei dem eine Frau von einem Mann umgebracht worden war. Sie hatten am Abend eine heftige Auseinandersetzung und der Mann verlor die Kontrolle und brachte die Frau um. Er hat sie dann nachts zu seiner Arbeitsstellegefahren und sie dort im Keller versteckt. Nach ein paar Tagen wurde die Frau von ihm als vermisst gemeldet. Die Leiche wurde erst nach einem Monat entdeckt. Ermittlungen ergaben, dass der Mann sie gewürgt hatte und sie daraufhin erstickt ist. Wir standen alle sehr unter Schock und haben uns gewundert, wie der Mann es geschafft hatte, die Leiche bei seiner Arbeitsstelle zu verstecken, sodass es nicht auffiel. Aber zum Glück gab er zu, dass er sie umbrachte, denn sonst wäre die Leiche wahrscheinlich nie geborgen worden.

Oft kommen am Nachmittag auch Jugendliche zu uns, die den Diebstahl ihres Fahrrads melden. Nicht immer können wir die Räder wiederfinden, aber wir geben unser Bestes. Wenn Kollegen festgenommene Personen ins Revier bringen, selbst wenn sie nur in die Ausnüchterungszelle müssen, behalten wir ihre Fingerabdrücke. Diese sind wichtig, falls die Person später wieder einmal straffällig werden sollte.So sieht ein typischer Arbeitstag eines Polizeibeamten aus.