Wäschenbeuren / swp/krib  Uhr

Ab März bis Mai beginnt die Morchelsuche – vorausgesetzt, das Wetter macht den Sammlern keinen Strich durch die Rechnung. Nach dem kräftigen Regen und der feuchten Witterung sei aber genau jetzt der richtige Zeitpunkt zum Suchen gekommen, berichtet Willy de Wit, Pilzsachverständiger aus Wäschenbeuren und Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM).

„Es verwundert mich nicht, dass sich bei mir zahlreiche Anrufer nach Morcheln erkundigen“, so Willy de Wit. „Wenn ich den Speisewert von Morcheln einstufen würde, dann käme diese bei mir gleich nach den Trüffeln“. Morcheln gibt es in allen möglichen Variationen: Als ­Speise-, Käppchen- oder Spitzmorcheln. Wobei  die Speisemorchel geschmacklich eine wahre Ausnahme bildet. Im süddeutschen Raum, und dort besonders auf unserem kalkhaltigen Jura-Gestein habe man beste Wachstumsbedingungen, so de Wit. Das sei aber nur eine Voraussetzung, die die Morcheln – und hier vor allem die Spitzmorcheln – lieben.

Schatzsuche der besonderen Art

Die beliebten Speisepilze können laut Willy de Wit überall wachsen, deshalb ist die Suche nach den wabenartig aussehenden Pilzen so schwierig. Eben eine Schatzsuche besonderer Art. „Hat dich einmal das Morchel-Virus gepackt, kommst du nicht mehr davon los“, so de Wit. Und: „Wenn du fündig wirst ist das wie ein Sechser im Lotto.“

Auf der Schwäbischen Alb, bei Ölbaumgewächsen, wie Eschenbäumen, habe er bereits mehrere Plätze ausfindig gemacht. Konkrete Orte könne er aber nicht verraten. „Erfolg hängt nur manchmal vom Zufall ab“, spricht Willy de Wit aus Erfahrung. Wenig Vegetation, Schlüsselblumen, Hohler Lerchensporn und Veilchen sind sogenannte Zeigerpflanzen für das Vorkommen von Morcheln. Im Tal sind andere Gewächse wie Hartriegel und Kornelkirsche maßgeblich. Dort wachsen Morcheln gerne an Wegrändern. Doch die Lebensweise von Morcheln sei noch nicht eindeutig erforscht: „Manchmal lassen sich die Pilze jahrelang nicht mehr sehen und dann erscheinen sie wie aus dem Nichts.“

An Flüssen, zum Beispiel an der Rems oder der Fils, sind Morcheln, sowie auch Morchelbecher zu finden, wobei sie keine nassen Standorte bevorzugen. Hier sind die Zeigerpflanzen beispielsweise Lerchensporn, Schlüsselblumen und Scharbockskraut.

Ein einfaches Kochrezept hat Willy de Wit auch noch parat: Die Morcheln mindestens eine Viertelstunde garen und dann in eine schöne Rahmsoße geben. Dazu feine Bandnudeln servieren. ­Pilze grundsätzlich wenig würzen, eigentlich nur etwas Salz, denn sonst verliert sich das Eigenaroma der außergewöhnlichen Delikatessen.