Wahl Der neue Bürgermeister in Salach heißt Julian Stipp

Salach / JOA SCHMID 10.04.2016
Für eine kleine Sensation bei der Salacher Bürgermeisterwahl sorgte Julian Stipp: Der Jurist holte mit 69,2 Prozent der Stimmen auf Anhieb die absolute Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,2 Prozent. <i>Mit Kommentar</i>

Die beiden Stellen hinter dem Komma gingen im Jubel unter, als der scheidende Bürgermeister Bernd Lutz am Sonntagabend gegen 19 Uhr im Foyer des Salacher Rathauses das Ergebnis der Bürgermeisterwahl verkündete: Der SPD-Mann Julian Stipp hatte mit 69,21 Prozent der Simmen im ersten Wahlgang auf Anhieb die absolute Mehrheit geholt und die weiteren neun Bewerber auf die Plätze verwiesen. Für den 30-jährigen Juristen aus Limbach hatten sich 1974 Salacher ausgesprochen. Stipp wird neuer Bürgermeister in Salach, ein zweier Wahlgang ist nicht notwendig. Der scheidende Verwaltungschef Bernd Lutz, der seinem Nachfolger einen Blumenstrauß überreichte, sah das positiv. „Es ist schön, dass in Salach eine so klare Entscheidung gefallen ist. Herzlichen Glückwunsch.“ Sein Nachfolger bringe hervorragende Voraussetzungen mit, die vielfältigen Aufgaben eines Bürgermeisters in Salach zu bewältigen.

„Damit habe ich nicht gerechnet, ich bin sprachlos“, kommentierte Julian Stipp, dessen Stimme angesichts des wochenlange Wahlkampfes angeschlagen war, seinen Erfolg. „Dieses Ergebnis sehe ich mit großer Freude, aber auch mit Respekt und Demut“ betonte der Wahlsieger, dankte seinen Konkurrenten für einen fairen Wahlkampf und würdigte seinerseits den scheidenden Bürgermeister Bernd Lutz: „Sie haben Salach in den vergangenen 16 Jahren nach vorne gebracht.“ Stipp will sich jetzt erst einmal eine Wohnung suchen und umziehen. „Dann werde ich mich in die einzelnen Bereiche der Salacher Verwaltung einarbeiten.“

Neun Konkurrenten weit hinter sich gelassen

An zweiter Stelle landete weit abgeschlagen der Salacher Personalleiter Mark Schifferer. Hinter dem Namen des 42-Jährigen hatten 183 Wahlberechtigte ihr Kreuzchen gemacht, das sind 6,42 Prozent der Stimmen. Oliver Sanwald bildete das Schlusslicht. Den 46-jährigen Bankkaufmann aus Göppingen hatte nur ein Salacher gewählt. Von den 5958 Wahlberechtigten gaben 2873 ihre Stimme ab, 21 Stimmen waren ungültig. Das entspricht einer Beteiligung von 48,22 Prozent.

Der erste, der dem künftigen Salacher Bürgermeister Julian Stipp nach Bernd Lutz gratulierte war der Zweitplatzierte Mark Schifferer. Der Personalchef machte aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. „Damit hat in Salach niemand gerechnet.“ Mit knapp 50 Prozent sei die Wahlbeteiligung niedrig gewesen. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass zehn Bewerber angetreten waren sei der zweite Platz „doch aller Ehren wert“, meinte Schifferer.

Anzeichen dafür, dass Julian Stipp die Wahl klar gewinnen würde, hatte es gegeben, wie der Jurist humorvoll berichtete. So habe er im Wahlkampf an einer Wohnungstür geklingelt und ein kleines Mädchen angetroffen. Seiner Bitte, doch die Eltern zu holen, habe das Mädchen mit den Worten entsprochen: „Mama, da draußen steht der, den du wählen wolltest.“

Ein Kommentar von Joa Schmid: Respekt vor diesem Ergebnis

Mit seinem Wahlsieg hat Julian Stipp in Salach erfreulicherweise für klare Verhältnisse gesorgt. Auf Anhieb holte der Jurist mit 69 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und verwies die weiteren neun Bewerber auf die Plätze. Respekt für diese Leistung, die auch durch die leider geringe Wahlbeteiligung nicht geschmälert wird. Das war nicht selbstverständlich.

Immerhin sind auch vier Salacher gegen ihn angetreten, die es aber nicht geschafft haben, dem 30-Jährigen aus Limbach Paroli zu bieten. Angedeutet hatte sich dies schon bei der Kandidatenvorstellung, bei der Stipp mit Ortskenntnis, Fachwissen und Eloquenz geglänzt hatte. Das dürfte bei vielen den Ausschlag gegeben haben. Sie haben sich für einen jungen, auswärtigen Kandidaten entschieden, der beste Voraussetzungen mitbringt.

Dass sie mit Stipp einen SPD-Mann an die Verwaltungsspitze gewählt haben, ändert auch die Mehrheitsverhältnisse im Salacher Gemeinderat. Dort werden die Sozialdemokraten ungeachtet der Aussage von Stipp, wonach „Parteipolitik in der Kommunalpolitik nichts zu suchen hat“, stärker. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die CDU nicht deutlicher für einen der ihren stark gemacht hat. Doch das ist Schnee von gestern. Jetzt muss Julian Stipp zeigen, dass er ein Bürgermeister für alle Salacher ist. Den Anfang hat er mit seinem Bekenntnis zu Respekt und Demut vor dem Wahlergebnis gemacht.

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