Kreis Göppingen / Dirk Hülser Göppingen stehen in der neuen Regionalversammlung, die am 26. Mai gewählt wird, nur noch sieben Plätze zu. 52 Kandidaten wollen nach Stuttgart.

Gleich vier Mal können die Einwohner des Landkreises am 26. Mai wählen: Neben Gemeinderats- und Kreistagswahl steht auch die Wahl des Europaparlaments an – und die Regionalversammlung in Stuttgart wird neu besetzt. Die Bedeutung des Kreises Göppingen nimmt in der Region etwas ab, statt bislang acht wird er künftig nur noch mit sieben Parlamentariern vertreten sein. Das ist der Bevölkerungsentwicklung in der Region Stuttgart geschuldet. Der Kreis Esslingen erhält im Gegenzug einen Sitz mehr und entsendet künftig 16 Vertreter nach Stuttgart.

Keine Bewerber aus Raum Geislingen

Wer einen Blick auf die Listen für die Regionalwahl wirft, stellt sofort fest: Auf den vorderen Plätzen findet sich kein einziger Bewerber aus dem Raum Geislingen, von der Alb oder aus dem Täle. Die ersten drei Bewerber jeder Liste stammen ausnahmslos aus dem Raum Göppingen, dem Schurwald, von der Voralb oder aus dem Eislinger Raum. Nur auf den Listen von SPD und Grünen finden sich unter den Spitzenkandidaten auch Frauen.

Drei der bisher acht Landkreis-Vertreter haben sich für die anstehende Regionalwahl nicht mehr aufstellen lassen: Jürgen Lenz und Claudia Merkt-Heer (beide CDU) sowie Jürgen Lämmle (SPD). Die anderen bisherigen Regionalräte haben mit aussichtsreichen Listenplätzen gute Chancen auf den Wiedereinzug in die Versammlung. Jan Tielesch (CDU) steht auf Platz zwei seiner Parteiliste, bislang sind die Göppinger Christdemokraten mit drei Parlamentariern vertreten.

Die Kreis-SPD hat bislang zwei Sitze, Regionalrätin Susanne Widmaier hat auf Platz eins der Liste beste Chancen auf den Wiedereinzug. Dasselbe gilt für Dorothee Kraus-Prause von den Grünen, sie ist momentan die einzige Kreis-Vertreterin ihrer Partei. Die beiden Alt-Bürgermeister Werner Stöckle (Platz eins) und Reiner Ruf (Platz zwei) von den Freien Wählern gehen auch aussichtsreich ins Rennen und könnten ihre Mandate verteidigen.

Im Gegensatz zu Gemeinderats- und Kreistagswahl dürfen die Wähler bei der Wahl zur Regionalversammlung nur eine Stimme abgeben, gewählt wird die gesamte Liste (Wahlvorschlag), einzelne Kandidaten können nicht angekreuzt werden. Wahlberechtigt sind alle Deutschen ab 16 Jahren, anders als beim Gemeinderat und Kreistag sind EU-Bürger nicht zur Wahl zugelassen.

Obwohl die Versammlung eigentlich nur 80 Sitze hat, tummeln sich derzeit 87 Parlamentarier in den Reihen des Parlaments. Das liegt an den Ausgleichsmandaten. So wird gewährleistet, dass das Sitzverhältnis den Ergebnissen in den Wahlkreisen (identisch mit den Landkreisen) und dem Verhältnis der Gesamtstimmenzahl entspricht.

Aufgaben der Regionalversammlung:

In anderen Kreisen im Land wird keine Regionalversammlung gewählt, diese gibt es es seit 1994 nur in der Region Stuttgart. Sie ist zuständig unter anderem für regionale Verkehrsplanung, Landschaftsrahmenplanung aber auch Regionalplanung, unter anderem in den Bereichen Gewerbe, Wohnen oder Windkraft. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Zuständigkeit für bedeutende Teile des öffentlichen Nahverkehrs  wie etwa S-Bahn und regionale Nachtbusse.

52 Kandidaten ringen um sieben Göppinger Sitze

Wahlkreis Sitze

Göppingen 7
Böblingen 11
Esslingen 16
Ludwigsburg 16
Rems-Murr-Kreis 12
Stuttgart 18

gesamt 80

Kandidaten  Frauen

    52             16 (31 %)
    78 30 (38 %)
    124 40 (32 %)
    120 43 (36 %)
    111 38 (34 %)
    143 56 (39 %)

    628 223 (35 %)

    Männer

    36 (69 %)
    48 (62 %)
    84 (68 %)
    77 (64 %)
    73 (66 %)
    87 (61 %)

   403 (65 %)

Die Spitzenkandidaten im Kreis Göppingen

CDU: Elmar Steinbacher
SPD: Susanne Widmaier
Grüne: Dorothee Kraus-Prause
Freie Wähler: Werner Stöckle
FDP: Hans-Peter Semmler
Die Linke: Christian Stähle
AfD: Joachim Hülscher
ÖDP: Manfred von Campenhausen
Piraten: Johannes Haux

Das Wahlergebnis im Jahr 2014

Kreis Göppingen gesamt
CDU       39,1 % 35,0 %
SPD       18,7 % 17,1 %
Freie Wähler     16,9 % 14,9 %
Grüne    13,9 % 17,1 %
FDP     3,6 % 4,0 %
Die Linke          3,9 % 4,1 %
Republikaner       2,3 % 1,6 %
ÖDP        1,5 % 1,5 %