Süßen Wohl überlegte Käufe beim Süßener Ostermarkt

Süßen / MARKUS MUNZ 03.04.2018
Einem Händler zufolge schauen sich die Leute vormittags die Sachen an und kaufen nachmittags ihre Favoriten.

Der Süßener Ostermarkt ist eine Traditionsveranstaltung. Immer am Ostermontag, am Ostermontag bereits zum 185. Mal, lädt die Budenstadt im Ortskern zum Bummeln und Stöbern ein. Generationen von Einheimischen sind mit dem Ostermarkt aufgewachsen, aber auch von auswärts kommen regelmäßig viele Besucher. Bereits am Vormittag findet sich kaum noch ein Parkplatz in Marktnähe, in den Gassen zwischen den Ständen geht es nur langsam voran.

Der Krämermarkt in Kombination mit einem Flohmarkt und den am Nachmittag geöffneten Geschäften findet jedes Jahr aufs Neue großen Anklang. Hier liegen Strohhüte und Sonnenbrillen direkt neben den letzten Winterhandschuhen. Uhren, Gürtel und Geldbeutel wechseln sich mit Besen, Bürsten und Gewürzen ab. Modische Accessoires, Ringe und Armreife ziehen vor allem die weiblichen Besucher an. Das Angebot reicht vom klassischen Vesperbrett aus Holz bis zu den aktuellsten Handyhüllen.

Nicht fehlen dürfen beim Ostermarkt die Vorführungen der Händler. An einem Stand aus München werden immer im Wechsel Sparschäler und Küchenhobel vorgestellt. Auf jeweils bis zu 40 Präsentationen kommen er und seine Kollegin über den ganzen Tag, schätzt der Verkäufer. Es scheint sich zu lohnen, sofort bildet sich eine Menschentraube um den Stand, am Ende wechseln mehrere Geldscheine den Besitzer. „Im Kaufhaus wird den Leuten das Produkt nicht so gut erklärt wie hier“, unterstreicht der Händler. Aufmerksamkeit erregt auch der Verkäufer mit bayerischem Dialekt, der einen Messerschärfer anbietet. Als er sich mit einem großen Küchenmesser über die Backe fährt, um die stumpfe Klinge zu demonstrieren, halten die Besucher kurz den Atem an. Der Vorführeffekt funktioniert, nach kurzer Behandlung mit dem Schleifer schneidet das Messer im nächsten Moment mühelos ein Blatt Papier.

„Die Leute schauen sich morgens die Sachen an, am Nachmittag kommen sie wieder und kaufen“, so lautet die Erfahrung eines Händlers aus Schweinfurt. Er präsentiert das „Wischwunder“ für Boden, Fliesen und Fenster. Kein Bücken, kein Wringen, keine schmutzigen Hände, verspricht das Produkt. „Ich mache das von morgens bis abends durch, meine Stimme schafft das schon“, lacht der Händler und wendet sich den nächsten Interessierten zu.

Auch kulinarisch bleiben bei Spanferkel, Steckerlfisch oder Bergkäse sowie Magenbrot, Zuckerwatte und Eis kaum Wünsche offen. Die Rote duftet auf dem Grill, aber auch ungarische, italienische oder griechische Spezialitäten locken zum Genuss. Hausgemachte Spirituosen, Honig oder das traditionelle Hägenmark aus Auendorf finden ebenfalls Abnehmer. Der Lagerverkauf von Schokoladenartikeln lockt mit günstigen Angeboten. Nebenan kann man sein Geschick auf einer Slackline ausprobieren. Für Kinder sind Spielwarenstände und ein kleiner Rummelplatz die erste Anlaufstelle.