Sanierung Der ganze Verein zieht mit

Bad Überkingen / Angelina Neuwirth 20.07.2018
Beim TSV Bad Überkingen hat sich einiges getan. Mitglieder freuen sich jetzt unter anderem über den neuen Sportplatz.

Im Jahr 2017 hatte die Gemeinde Bad Überkingen mit den Hochwasserschutzmaßnahmen begonnen – nicht wie geplant mit dem Bauschnitt 1, sondern mit dem Bauabschnitt 3 – und damit den Sportverein TSV Bad Überkingen mächtig unter Druck gesetzt. Der alte Sportplatz wurde dadurch um zehn Meter von West nach Ost gerückt und hat den TSV zu schnellem Handeln gezwungen. „Im Endeffekt war es aber gut so, wenn auch ein extremer Arbeitsaufwand“, sagt Jochen Meissner vom TSV Vorstand. Wäre der Bauabschnitt realisiert worden, und der Verein hätte seine Sanierung erst später durchgeführt, hätte sich die Maßnahme durch Mehrkosten unnötig verteuert. 450 000 Euro hat der Verein in die Hand genommen, um den Außenplatz zu sanieren und einen Anbau zu realisieren. Mehr Barrierefreiheit war das Ziel sowie eine moderne und funktionierende Infrastruktur. „Es ist unser ganzer Stolz und unser ganzes Leid, dass der Sportplatz uns gehört“, fügt Vorstandsmitglied Timm Engelhardt hinzu. Das Geld für solche Maßnahmen wird zu einem Drittel aus Mitgliederbeiträgen erwirtschaftet, der Rest muss durch Feste und Spenden selbst verdient werden. Was diese zwei Drittel an selbst verdientem Geld angehe, seien die sieben Abteilungen des TSV sehr aktiv: Jeder trage seinen Teil bei, die Sanierungsmaßnahmen seien auch durch die Eigenleistungen der Vereinsmitgliedern gestemmt worden.

Auch die Tennisanlage fällt weg, die Tennisabteilung des TSV und der Tennisclub Bad Überkingen haben fusioniert und spielen künftig auf der ehemaligen Anlage des TCÜ, die nun durch den TSV betrieben wird.

Noch im Rohzustand

Der Anbau an die TSV-Turnhalle ist noch im Rohzustand. Später soll er zwei Garagen für Gerätschaften, eine barrierefreie Toilette, eine Kabine inklusive Duschraum und einen Schulungsraum beherbergen. Die bereits vorhandenen zwei Kabinen werden zu einer großen Kabine zusammengelegt und saniert, und auch für den Schiedsrichter soll es eine Kabine geben. „Der musste sich sonst immer in einem Abstellkämmerchen umziehen“, erzählt Vorstandsmitglied Eberhard Lang und lacht. Auch über eine Terrasse auf dem Anbau wird nachgedacht, auf der Zuschauer die Sportveranstaltungen verfolgen können. Eine barrierefreie Treppenanlage mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer wird ebenfalls angebaut.

 „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass ein Sportverein selber in seine Infrastruktur und Anlagen investiert“, sagt Engelhardt. Das sei eine Herausforderung und finanzielle Belastung für den Verein. „Es gibt Zuschüsse vom Württembergischen Landessportverein und Maßnahmen wie die Sanierung werden gefördert, aber ein beträchtlicher Betrag bleibt am Verein hängen.“ Dass das aber ein bewährtes Konzept ist beim TSV, zeigt auch die 2010 montierte und mithilfe von Sondertilgungen finanzierte Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Sporthalle. Im Frühjahr 2019 wird diese Maßnahme sich selber abbezahlt haben, alles was die Anlage danach erwirtschaftet – ungefähr 8000 Euro netto jährlich – zählt als Gewinn. So ähnlich soll es auch mit dem neuen Sponsoring-Modell ablaufen: die beiden Garagen-Tore, die der Anbau beherbergen wird, bieten Werbeflächen. Bereits über die Hälfte der Oberfläche eines Garagentors ist schon belegt, dennoch betonen die Vorstände, dass sie sich über weitere Unterstützung freuen würden.

Die Entscheidung zur Sanierung fiel bei einer Mitgliederversammlung und wurde einstimmig beschlossen. „Daran sieht man, dass der Verein lebt. Man kann immer auf die Unterstützung der Mitglieder bauen“, sagt Engelhardt und zeigt sich erfreut. Diese Sanierungsmaßnahmen seien für alle eine Bereicherung. „Wir wollten schon lange ein vernünftiges Sportgelände und eine ­Anlaufstelle für Vereinsmitglieder bekommen, damit diese sich auch außerhalb der Sportzeiten zu­sammenfinden können.“ Diese Begegnungsmöglichkeit beim TSV wird mit dem neuen Aufenthaltsraum geschaffen und Finanzvorstand Engelhardt fügt hinzu: „Wir ­haben geschaut, dass wir nicht mehr Geld ausgeben als wir ­einnehmen, wodurch wir auch in der Vergangenheit Rücklagen ­bilden konnten.“ Kredite konnten auch mit den Einnahmen aus ­­­der Fotovoltaik-Anlage abbezahlt werden.

Durch Fördermittel des Sportbundes und der Gemeinde sowie der Eigenmittel und Eigenleistung der Mitglieder muss der Verein ungefähr  150.000 Euro selbst in das Großprojekt stecken.

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