Das ließ die Anwesenden aufhorchen: „Unser ältestes Mitglied ist 103 Jahre alt, das jüngste zwölf“, berichtete der Vorsitzende des Ortsverbands, Alfons Ludolph. Um das gesellige Miteinander nicht zu verpassen, kam das älteste Mitglied sogar zur Jubilarfeier in die Gaststätte „Roter Ochsen“ nach Rechberghausen. Der Börtlinger Chor „tonArt“ unter der Leitung von Günther Lehmann sorgte mit seinen Einlagen für Abwechslung.

Der VdK Ortsverband östlicher Schurwald, bestehend aus den Gemeinden Adelberg, Börtlingen, Birenbach, Rechberghausen und Wäschenbeuren, ist eine Beratungsstelle im sozialen Bereich. Er arbeitet eng mit den Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen der Gemeinden, sowie mit dem Göppinger Sozialamt zusammen. Dabei kümmert sich der Ortsverband nicht nur um die Anliegen und Probleme der älteren Generation. Auch junge Menschen können sich an den Verein wenden.

Außerdem mache sich der Verband für die berufliche und gesellschaftliche Eingliederung chronisch Kranker und behinderter Menschen stark, lobte die Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner. Stellvertretend für die Bürgermeister der übrigen Schurwaldgemeinden – Carmen Marquardt, Frank Ansorge, Karl Vesenmaier und Franz Wenka – die ebensfalls zu Gast waren, lobte Dörner besonders das ehrenamtliche Engagement. „Über 8000 Ehrenamtliche sind aktuell in den Kreis- und Ortsverbänden tätig“, berichtete Stefan Pfeil vom Landesverband des VdK, der wie die VdK- Kreisvorsitzende Martina Heer den runden Vereinsgeburtstag im „Roten Ochsen“ mitfeierte.

Die Wichtigkeit des Vereins werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen, denn „der Beratungsbedarf der Leute steigt“, betonte der Leiter des Kreissozialamts, Rudolf Dangelmayr.

Gegründet wurde der VdK Ortsverband am 21. März 1946 in Rechberghausen, um Kriegsgeschädigten zu helfen. Gestartet mit 101 Mitgliedern, sind es heute 213 – bei einem Durchschnittsalter von 62 Jahren. Dabei hat sich der Schwerpunkt der Verbandsarbeit über die Jahre hinweg immer mehr in den sozialen Bereich verlagert. Themen wie Versorgung, Pflege, Sozialversicherung und viele mehr gehören heute zu den Gebieten, auf denen der VdK-Ortsverband seine Mitglieder unterstützt. Durch seine enge Vernetzung könne der Verband Spezialisten zu Rate ziehen, sagte der Vorsitzende Ludolph. Ärzte halten Vorträge, Juristen und andere Experten beraten Betroffene, wenn es um das komplexe Sozialrecht geht.

„Der Vdk vertritt die wirklichen Interessen der Menschen gegenüber dem Gesetzgeber, aber auch individuell“, betonte die die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD). Oft seien es Menschen, die ihre Rechte selbst nicht vertreten könnten. Neben der Flüchtlingsdebatte dürfe man die pflegebedürftigen und behinderten Menschen nicht vergessen, gab Dangelmayr zu bedenken. Diese Aufgabe übernimmt der Sozialverband VdK, der bundesweit 1,75 Millionen Mitglieder zählt. Der Bundestagsabgeordnete Hermann Färber (CDU) fasste zusammen: „Was der Staat nicht leisten kann, ist der direkte Kontakt und den leistet der Vdk.“
Selbstverständlich berate und helfe man auch Nichtmitgliedern, betonte Ludolph, Interessierte seien immer zu den Veranstaltungen des Ortsverbands eingeladen. Neben den Vorträgen über aktuelle Themen werden jährlich Treffen und Ausflüge veranstaltet. So können Kontakte geknüpft werden und die Gemeinschaftspflege kommt nicht zu kurz.