Westerheim Den Verbrechern auf der Spur

Westerheim / SWP 03.07.2012
Die Klasse 6a der Westerheimer Außenstelle der Werkrealschule Heroldstatt hat den Laichinger Polizeiposten besucht - und dabei vieles erfahren.

"Bei Ladendiebstahl kann man Hausverbot bekommen, aber rechtlich strafbar ist man laut Gesetz erst ab 14 Jahren." Dies erklärte der Jugendsachbearbeiter im Laichinger Polizeiposten, Helmut Fischer, den Sechstklässlern aus Westerheim, die ihm im Rahmen des Projekts Zeitung in der Schule einen Besuch abstatteten. Fischer arbeitet schon seit 36 Jahren bei der Polizei und hat einiges erlebt. "Unter 14 Jahren nehmen wir die Personalien auf und benachrichtigen die Eltern. Die Strafe wird dann von den Erziehungsberechtigten ausgeführt." Es wird selbstverständlich eine Anzeige geschrieben, die an die Staatsanwaltschaft geschickt wird. Im Polizeirevier löscht man die Anzeige, doch die Staatsanwaltschaft speichert diese und kann sie bei weiteren Folgestraftaten, die später begangen werden, berücksichtigen. Dadurch kann im Falle einer Verurteilung die Strafe eventuell deutlich höher ausfallen als bei einem Ersttäter. So können Jugendliche über 14 Jahre bei Ladendiebstahl etwa zur Ableistung von Sozialstunden verurteilt werden, in schweren Fällen (zum Beispiel bei Körperverletzung) kann es sogar Haft in der Jugendstrafanstalt geben.

Weiter erzählte Fischer den Zisch-Reportern auch von diversen Fällen, die er im Polizeidienst erlebt hat: So erklärte er, dass man sich auch bei einer Mittäterschaft gleichermaßen strafbar mache, etwa wenn man mit dem Auto auf einen Kumpel warte, der die Bank überfällt.

Die Werkrealschüler fragten nach, was passiert, wenn in einem Haus ein verdächtiges Geräusch oder ein menschlicher Schatten gemeldet wird. "Wird dann das ganze Haus umstellt?" Fischers Antwort: Bei einem Einbruch geht die Polizei davon aus, dass sich der Verbrecher noch im Haus befindet. Deshalb wird als erstes das Haus gesichert, erst danach wird das Haus von oben bis unten kontrolliert. Verdächtige Personen würden mit auf das Polizeirevier genommen. Zuerst werden die Personalien aufgenommen und der Verdächtige verhört. Anschließend kommt er in den Verwahrraum (Zelle). Dort muss man Schuhe, Gürtel und Krawatte ausziehen, damit der Festgehaltene sich nicht verletzen oder Selbstmord begehen kann. Da es im Laichinger Polizeiposten keinen Nachtdienst gibt, werden verdächtige Personen abends nach Ehingen auf das Polizeirevier gebracht.