Salach Den Park als Vorbild

Die Pfarrer Angelo (l.) und Walter Scheck haben die beiden neuen Natur-Grabfelder auf dem Salacher Friedhof gesegnet.
Die Pfarrer Angelo (l.) und Walter Scheck haben die beiden neuen Natur-Grabfelder auf dem Salacher Friedhof gesegnet. © Foto: Staufenpress
Salach / swp 20.07.2018
Die Gemeinde Salach hat zwei Natur-Grabfelder angelegt.

Geschwungene Wege, unregelmäßige Grundrisse, Natursteine und Stelen – ein wenig erinnern die beiden neu entstandenen Urnen-Grabfelder auf dem Salacher Friedhof an einen Park. Für rund 125 000 Euro hat die Kommune jetzt den ersten Abschnitt des Friedhofs neu gestalten lassen. Am Donnerstagabend wurden die beiden naturnah gestalteten ­Grabfelder eingeweiht und gesegnet. Der Bereich um den Tränenbrunnen wurde neu gepflastert.

Mit den Natur-Grabfeldern trage die Gemeinde auch dem Wandel der Bestattungskultur Rechnung, heißt es in einer Mitteilung. Immer mehr würden Urnengräber und pflegefreie Grabstätten nachgefragt. Bisher konnte dieser Nachfrage auf dem Salacher Friedhof mit einem umfangreichen Angebot an Urnenwänden Rechnung getragen werden.

Da im „Alten Teil“ des Salacher Friedhofs, zwischen katholischer Kirche, Tränenbrunnen und Lange Straße, aufgrund eines Belegungsverbots keine Sargbestattungen mehr zulässig sind, hatten sich Gemeinderat und Verwaltung Gedanken über eine Umgestaltung dieses Bereichs im Hinblick auf neue Bestattungsformen für Urnen gemacht. Bei Besichtigungsfahrten auf anderen Friedhöfen habe das Konzept eines naturnahen Grabfelds überzeugt, dessen Pflege von einem Gärtnereibetrieb übernommen werden soll.

Im ersten Bauabschnitt wurden nun zwei Natur-Grabfelder mit insgesamt 78 Gräbern hergestellt, die von der Friedhofsgärtnerei Konzelmann-Höfer aus Eislingen gestaltet und bepflanzt wurden. Auf den ausgewiesenen Flächen wurden Hülsen für je zwei Urnen in den Boden eingelassen. Damit bietet sich die Möglichkeit, in einem Grab bis zu zwei Urnen zu bestatten, so dass Ehepartner oder Angehörige eine gemeinsame Ruhestätte finden könnten.

An der Oberfläche fungiert ein Steinfindling oder eine Stele mit Schriftzug als Grabmal und markiert damit den Standort des Grabes. So hätten die Angehörigen einen festen Bezugspunkt für die Lage des Grabes, erläutert Bürgermeister Julian Stipp. „Darauf haben wir bei der Entscheidung für dieses Konzept großen Wert gelegt“, betont der Rathauschef. Gleichzeitig fällt bei den Angehörigen kein Aufwand für die Grabpflege an. Seit der Freigabe des Natur-Grabfelds am 1. Juni haben bereits drei Beisetzungen stattgefunden.

Bei der offiziellen Einweihung und Segnung lobten sowohl der evangelische Pfarrer Walter Scheck und der katholische Pfarrer Angelo als auch Bürgermeister Stipp die gelungene Umsetzung dieser Erinnerungsstätte. Nach deren Vorbild sollen in weiteren Bauabschnitten weitere ­Grabfelder gestaltet werden, erklärte Bauamtsleiter Hannes-Dietrich Keyn auf Nachfrage.

78

Urnengräber wurden auf dem Salacher Friedhof neu geschaffen. Nach dem Vorbild der beiden Natur-Grabfelder sollen  weitere Bereiche des Friedhofs gestaltet werden.

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