Schnellbahntrasse Den Maulwürfen folgen die Eisenbieger

Hohenstadt / Margit Weber 06.11.2018

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhomberg Bahntechnik und Swietelsky wird die nächsten drei Jahre die Schnellbahntrasse zwischen  Ulm und Wendlingen mit Gleistechnik ausstatten. Hauptquartier der ARGE wird das Baulager der ATA am Steinbühltunnel bei Hohenstadt sein. Projektleiter Werner Fahrnberger hat das Projekt „Bahntechnik Schwäbische Alb“ (BSA) jetzt zusammen mit den beiden Bauleitern Sybille Ritzkowsky und Julian Krammer dem Hohenstadter Gemeinderat vorgestellt. „Wir haben uns inzwischen im Baulager der ATA häuslich eingerichtet und werden bis zum Ende 2022 hier auf der Alb bleiben“, begann der Projektleiter die Vorstellung.

Der rund 250 Millionen Euro teure Auftrag umfasst den Bau von knapp 118 Kilometer Fahrbahn, davon über 60 Kilometer in Tunneln. Hinzu kommen 16 Weichen sowie der Einbau der elektrotechnischen Ausrüstung. Dafür werden über 2500 Kilometer Kabel verlegt, die mechanische Ausrüstung mit Lüftungsanlagen, Technikräumen und Beschilderungen installiert sowie 78 Kilometer beleuchteter Handlauf verbaut.

Starten werden die Bauarbeiten in Ulm. „Wir sind auch für die Gleise am Merklinger Bahnhof und seine Weichen zuständig“, erläuterte Julian Kramer. Während der Bauzeit werden circa 120 bis 140 Mitarbeiter im Lager sein. Wie die Leute von der ATA wollten sie sich in Hohenstadt eingliedern und dazugehören, versicherten die Verantwortlichen. „Wir sind solche Projekte gewöhnt, da wir europaweit arbeiten – dennoch ist es ein spannendes Projekt“, so Sybille Ritzkowsky. Schließlich gelte es, einen schwarzen Fleck auf der Schienenkarte Europas völlig neu zu gestalten. Daher sind alle auch stolz, hier mit dabei sein zu dürfen, zumal es sich auch um ein Projekt von außerordentlicher Größe handle.

Die Projektleiter versprachen, dass es keine Massentransporte gebe.  Bei Beanstandungen egal welcher Art seien sie Ansprechpartner und würden sich um alles kümmern. Das Großprojekt soll Anfang kommenden Jahres starten. 30 Monate Bauzeit sind veranschlagt. Dabei übernimmt  die Firma Rhomberg Bahntechnik den technischen Teil, Swietelsky den kaufmännischen Part.

Interessant waren die Erläuterungen der „Eisenbieger“ zum Gleisbau. So werden die Schienen nicht in ein Schotterbett gelegt, sondern in fester Bauweise verlegt. Hierfür wird in den Tunneln zunächst eine Ausgleichsschicht gebaut, auf die anschließend eine „feste Fahrbahn“ betoniert wird. Außerhalb der Tunnel wird vorab eine spezielle hydraulische gebundene Tragschicht eingebaut. Da die Züge eine hohe Geschwindigkeit erreichen und vor allem auch in den Kurven eine große Kraftauswirkung auf die Gleise ausüben, habe sich diese Bauweise bewährt, erläuterte Bauleiterin  Sybille Ritzkowsky.

In den Tunneln erhalten die Gleise noch zusätzliche Platten, auf denen Rettungskräfte fahren können.

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