Deggingen Degginger Rat gegen Windkraft auf der Nordalb

Deggingen / STEFANIE SCHMIDT 21.11.2015
Die Entscheidung war denkbar knapp: Mit acht zu sieben Stimmen hat der Degginger Gemeinderat Windkraftanlagen auf der Nordalb abgelehnt.

Welches Argument wiegt am schwersten bei der Entscheidung für oder gegen Windkraftanlagen auf der Nordalb: Das Pachtgeld, das sie in die Gemeindekasse blasen würden? Die Natur, die für den Bau geopfert werden müsste? Der Beitrag, den die Anlage zu Energiewende leisten würden? Mit diese Frage hat sich der Degginger Gemeinderat zuletzt intensiv beschäftigt. Bevor in der Sitzung am Donnerstag die endgültige Entscheidung fiel, kamen alle Argumente noch einmal auf den Tisch.

Eigentlich sollte die Sitzung mit der Etatrede von Bürgermeister Karl Weber beginnen. Auf Antrag von Guido Pulvermüller und Rolf Staudenmaier wurde der Tagesordnungspunkt 4: "Grundsatzentschluss zum Standort GP 17 - Nordalb" vorgezogen. Die Anordnung der Tagesordnungspunkte sei "grob windkraftlastig", klagte Staudenmaier. Sie verleite dazu, die Entscheidung pro oder contra Windkraft auf der Nordalb unter ökonomischen Gesichtspunkten zu treffen. "Unter Top 2 und 3 schwätzt man übers Geld - und unter Top 4 dann, wo es herkommen soll", schimpfte Staudenmaier.

Man fasse keinen Beschluss für oder gegen Windkraft allgemein, sondern nur über einen Standort, betonte Klaus Schweizer. "Es gibt genug andere Standorte, wo nicht solche Eingriffe in die Natur nötig sind - aber dort können wir natürlich kein Geld verdienen."

Er sei nicht des Geldes wegen für Windräder auf der Nordalb, verwehrte sich Stefan Geis: "Das ist der kleinste Aspekt." Bei der Abstimmung hatten die Windradgegner die Nase knapp vorne: Sieben stimmten für eine Windkraftanlage auf der Nordalb, acht dagegen.

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