Verkehr Deggingen wappnet sich für Sperrung

Damit die sechs Pappeln am Filsufer neben der B 466 in Deggingen gefällt werden können, muss die Bundesstraße zehn Stunden gesperrt werden.
Damit die sechs Pappeln am Filsufer neben der B 466 in Deggingen gefällt werden können, muss die Bundesstraße zehn Stunden gesperrt werden. © Foto: Markus Sontheimer
Ilja Siegemund 10.01.2018
Die Gemeinde lässt am Samstag sechs Pappeln fällen. Deshalb soll ein Teil der B 466 für mehrere Stunden gesperrt werden.

Petra Beer vom Technischen Amt der Degginger Gemeindeverwaltung ist zuversichtlich, aber trotzdem ein wenig angespannt. Schließlich sperrt die Gemeinde nicht alle Tage ein Teilstück der Bundesstraße für mehrere Stunden, auf der täglich Tausende Fahrzeuge unterwegs sind. Bewusst wählte die Gemeindeverwaltung diesen Samstag für das Vorhaben aus: Sechs Pappeln, die zwischen 45 und 55 Jahre alt sind und die sich am Filsufer entlang der B 466 befinden, sollen gefällt werden. Dafür muss die Bundesstraße auf einem 750 Meter langen Abschnitt vom Ortseingang aus Richtung Bad Ditzenbach kommend bis zur Einmündung Friedhofstraße gesperrt werden. „An diesem Samstag stehen keine Fasnetsveranstaltungen in der Region an, und auch Schulbusse fahren nicht“, erklärt Petra Beer, weshalb die Verkehrslage relativ entspannt sein dürfte.

Doch es gibt einen Faktor, den die Gemeindeverwaltung und das zuständige Umweltschutzamt des Göppinger Landratsamts, das die Fällarbeiten genehmigt hat, nicht einkalkulieren können: die Situation auf der Autobahn. Kommt es am Samstag zu einem Unfall oder Stau auf der A 8, rollt die Blechlawine auf der B 466 auch durch Deggingen. „Hoffen wir mal, dass es nicht so weit kommt“, fügt ­Petra Beer hinzu.

Vorsorglich planen die Verantwortlichen einen Puffer ein. Offiziell wird die Bundesstraße für die Fällarbeiten von 7 bis 17 Uhr gesperrt sein. „Läuft alles gut, sind die Arbeiten aber schon um 14 Uhr abgeschlossen“, ergänzt Petra Beer. Dann könne die Bundesstraße früher als geplant wieder freigegeben werden. Während der Sperrung müssen die Verkehrsteilnehmer über die Ditzenbacher Straße und die Friedhofstraße fahren. Die Anlieger der betroffenen Straßen, die deshalb mit mehr Verkehr vor ihren Haustüren rechnen müssen, wurden von der Degginger Gemeindeverwaltung informiert. „Es ist nicht die erste Sperrung der Bundesstraße“, betont Petra Beer. Als die Gemeinde vor wenigen Jahren die B 466 wegen Kanalarbeiten sperren ließ, führte die Umleitung ebenfalls über die Ditzenbacher Straße und die Friedhofstraße.

Und warum lässt die Gemeinde die sechs Pappeln fällen?  Bedingt durch das hohe Alter der Bäume sei die Gefahr groß, dass Äste der Krone vor allem bei starkem Wind abbrechen und herabstürzen. Weil in unmittelbarer Nähe die viel befahrene B 466 verläuft, eine Bushaltestelle angrenzt und sich in diesem Bereich großräumig viele Fußgänger und Friedhofsbesucher aufhalten, geht die Gemeindeverwaltung auf Nummer sicher. Wegen des Artenschutzes darf die Gemeinde nur zwischen Oktober und Februar Bäume fällen.

Bäume immer wieder gesichert

In den vergangenen 15 Jahren hatte die Gemeinde Deggingen immer wieder morsche Äste und Zweige  der Pappeln entfernen lassen. „Wir haben damit versucht, die Auswirkungen von Schädlingen wie dem Pappelbock und dem Pappelrindenbrand einzugrenzen und die Bäume so lange wie möglich zu erhalten“, fügt Petra Beer hinzu. Dies jedoch reiche nun nicht mehr aus; durch das hohe Alter der Bäume sei deren Standsicherheit nicht mehr gewährleistet.

Weil diese Entwicklung absehbar war, hat die Gemeinde Deggingen im gegenüberliegenden Eingangsbereich des Friedhofs bereits vor einigen Jahren vorsorglich Jungbäume nachgepflanzt. Dort wachsen nun Mehlbeeren mit kleinen Kronen. Langzeitstudien hätten ergeben, dass sich diese als Bäume entlang von Straßen bewährt haben, ergänzt die Gemeindemitarbeiterin.

Busse halten in Ditzenbacher Straße

Die Bushaltestelle beim Friedhof in Richtung Geislingen, also direkt am Filsufer gelegen, wird  am Samstag in die Ditzenbacher Straße verlegt. Die Bushaltestelle beim Friedhof in Richtung Wiesensteig ist von der Sperrung der B 466 nicht betroffen und muss daher nicht verlegt werden. Weil die Einfahrt zum Dürrentalweg gesperrt ist, erfolgt die Umleitung hier über die Nordalb- und Silcherstraße.