Böhmenkirch Das Sterben wird teurer

Böhmenkirch / Von Hartmut Schäfauer 07.11.2018
Böhmenkirch erhöht die Friedhofsgebühren. Die Verwaltung wollte 70 Prozent Kostendeckung, dem Rat genügen 50 Prozent.

Die Unterhaltungskosten der Friedhöfe in der Gesamtgemeinde Böhmenkirch steigen stetig. Die Sanierung der maroden Friedhofswege in Böhmenkich ist bereits angelaufen,  und die Unterhaltungsmaßnahmen an der Friedhofsmauer stellt in den kommenden Jahren einen erheblichen Aufwand dar. Auch die künftige Entwicklung auf den Friedhöfen mit neuen Bestattungsformen wie Urnen in Grabfeldern oder Stelen sowie Urnen in Gemeinschaftsbaumgrabfeldern sind für die Verwaltung eine Herausforderung  – insbesondere bei der Neugestaltung der Friedhofsgebühren.

Eine dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgelegte Übersicht der letzten Rechnungsergebnisse hat gezeigt, dass in den vergangenen Jahren ein Kostendeckungsgrad von nur 30 Prozent erreicht wurde. Das Regierungspräsidium Stuttgart weist die Kommune regelmäßig darauf hin, die Bestattungsgebühren zu erhöhen, um weiterhin Fördergelder aus dem Ausgleichsstock beziehen zu können.

Die Verwaltung hat nun die Gebühren mit einem Kostendeckungsgrad von 70 Prozent neu berechnet. Die Gebühren wurden aufgeteilt in die Bereiche  der Bestattungsgebühren, der Benutzung der Aussegnungs- und Leichenhallen sowie in die Grabnutzungsgebühr mit der Option der Verlängerung pro Jahr.

Kontroverse Diskussion

Das Ergebnis stellte der stellvertretende Kämmerer Stefan Kübler dem Gremium jetzt vor – und löste damit eine kontroverse Diskussion am Böhmenkircher Ratstisch aus. Die Gemeinderäte Hans-Markus Fehrenbacher, ­Erwin Lang und Andrea Zahn forderten, dass die Kosten  für die Sanierung der Friedhofsmauer und der Wege-Erneuerung in den kommenden Jahren nicht in die Gebührenkalkulation einfließen dürften.

Dem Zahlenwerk konnte auch Schnittlingens Ortsvorsteher ­Johannes Kaiser nichts Gutes abgewinnen: „Die vorgeschlagenen Gebühren kann ich draußen niemand verkaufen.“

Stefan Kübler entgegnete, dass die Gemeinde alle anfallenden Kosten auf die Friedhofsgebühren umzulegen habe. Jetzt stehe man eben vor der Situation, dass hohe Unterhaltungsmaßnahmen über die Jahre anstehen. Bürgermeister Matthias Nägele gab Kübler recht. Die Höhe des Kostendeckungsgrades lege letztendlich aber der Gemeinderat fest, sagte der Schultes. Auf Vorschlag von Philipp Elwert (Foto) einigte sich der Gemeinderat schließlich bei 14 Jastimmen und vier Gegenstimmen auf einen Kostendeckungsgrad von 50 Prozent.

Darüber hinaus wurde die Friedhofssatzung einstimmig dahingehend geändert, die Nutzungszeit der Urnengrab­­arten von 20 Jahre auf 15 Jahre zu ­verkürzen und die neuen Grabarten „Urnenwahl-Gemeinschafts­baum­grab“ sowie „Urnenwahl-Gemeinschaftsgrab“ in die Satzung aufzunehmen. Die neue Friedhofssatzung tritt zum 1. Dezember in Kraft.

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