Dr. Martin Kimmel, Chefarzt der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen, in der Klinik am Eichert, geht davon aus, dass es in diesem Jahr noch viele Patienten geben wird, die sich das Hantavirus einfangen: „Wir haben eine Häufung an Infektionen“, stellt er fest.

Diese Häufung trete zyklisch auf. In diesem Frühjahr und Sommer scheint das Nahrungsangebot für den Überträger der Krankheit, die Rötelmaus, üppig zu sein. Dadurch vermehren sich die Nager stark und übertragen dementsprechend häufig die Krankheit.

Hantavirus: Das sind die Symptome

Bei einer Infektion treten zunächst die typischen Symptome eines Virusinfekts auf, informiert auch das Robert-Koch-Institut. Folgende Symptome treten auf:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Fieber (also über 38,5 Grad)
  • akuter Krankheitsbeginn
  • Proteinurie (übermäßige Ausscheidung von Eiweiß über den Urin)
  • Hämaturie (vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen)
  • Thrombozytopenie (tritt auf, wenn das Knochenmark zu wenige Blutplättchen bildet oder wenn zu viele Blutplättchen zerstört werden)
  • ­Spätestens wenn Flanken- und Bauchschmerzen sowie leichte Sehstörungen hinzukommen, sollte man zum Arzt gehen, warnt Kimmel.

Das Hantavirus greift die Nieren an, bei ­schweren Verläufen kann es zu akutem Nierenversagen mit vorübergehend notwendiger Dialyse kommen. „Einige Patienten müssen stationär aufgenommen werden“, sagt der Nephrologe. In diesem Jahr seien bereits einige Patienten am Eichert behandelt worden.

Krankheit ist meldepflichtig

Der Nachweis eines Erregers aus der Gruppe der Hantaviren ist nach vom Labor beim Gesundheitsamt zu melden.

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