Die Gerüchteküche brodelte schon seit Wochen. Das Lamm in Schlat mache zu, hieß es. Jetzt ist es offiziell: Das Lamm macht nicht zu, sondern strukturiert um.  „Hochzeitsfeiern, Firmenevents, Geburtstagesfeste, Tauffeiern – das alles wird es weiterhin geben“, verspricht Jörg Geiger. „Wir haben bereits Bestellungen für rund 100 Veranstaltungen noch in diesem Jahr.“

Auch die Getränkefabrikation in der Manufaktur läuft rund. Der Betrieb dort wachse beständig, soll weiter ausgebaut, der Präsentationsraum vergrößert werden, so der 49-jährige Chef des traditionellen Gasthofs Lamm in Schlat. Das geschieht, um die Palette der mittlerweile auf mehr als hundert alkoholische und nichtalkoholische angewachsenen Produkte umfangreicher ausstellen und die Besucher dort verköstigen zu können.

Dennoch gibt es eine für viele überraschende Zäsur. Noch bis zum 4. Mai und dann zum letzten Mal am Pfingstsonntag wird es im „Lamm“ Essen á la carte geben. Dann ist Schluss. Die Trennung von seiner Frau, die beruflich eigene Wege gehen wird, die schwierig gewordene Entwicklung im gastronomischen Tagesgeschäft, verbunden mit unattraktiven Arbeitszeiten, seien für einen Konzeptwechsel ausschlaggebend gewesen, sagt Jörg Geiger.

Unabhängig von der privaten Neuausrichtung wäre der Wechsel auf jeden Fall gekommen. So aber sei er beschleunigt worden. Seit gut einem Dreivierteljahr habe man sich vorbereitet und abgewogen. Geiger: „Mit dem Wechsel können Kräfte gebündelt, Stärken gestärkt werden“.

Das Bestreben, Gastronomie planbar zu machen, komme auch den mehr als 50 Mitarbeitern in Gasthof und Manufaktur zugute, weil Arbeitszeiten den Bedürfnissen besser angepasst werden können. Gekündigt werde keinem der Beschäftigten. Die trügen die Entscheidung mit, so Jörg Geiger. In einer gemeinsamen Tagung im November sei beschlossen worden, das á la carte-Angebot einzustellen und gleichzeitig den Themensektor auszuweiten. Die Idee, den Betrieb des Gasthofes einem Pächter zu übergeben, habe man gemeinsam verworfen.

Jetzt steht das neue Angebot. Unter der Überschrift „Gastfreundschaft erleben“ soll es für Gruppen bei einem Besuch im Lamm nicht nur ums Essen gehen, sondern es soll zum Erlebnis werden, von einer Führung durch die Manufaktur bis zum moderierten Abend. Geiger wird vermehrt eigene Veranstaltungen ins Angebot nehmen.

Über Themen und Termine kann sich der Individualgast dann künftig online informieren und buchen. Die stehen aufgelistet in der Rubrik „Genusskalender“. Die Angebote dort reichen vom einfachen schwäbischen 3-Gänge-Menü über Menü-Abende mit Sterne-Gastköchen und Workshops bis hin zu Picknickarrangements auf der Streuobstwiese.

An vier Samstagen in diesem Jahr bietet Jörg Geiger eine „Reise zur Champagner Bratbirne“ an, zu 90-minütigen Führungen durch die Manufaktur mit anschließendem Fünf-Gänge-Menü rund um die Birne. Zu jenem Produkt, mit dem Jörg Geiger und das Lamm überregional bekannt und ausgezeichnet wurden. Sonntags aber bleibt die Lamm-Küche kalt.