Wallfahrt Das Hohe Lied der Liebe am Albuch

Weißenstein / Beate Schnabl 21.08.2018
Tausende Gläubige pilgerten am Montag wieder zur Bernharduswallfahrt in den Albuch.

Die Trockenheit der letzten Wochen lässt meterhoch den Staub auf dem Schotterweg aufwirbeln. Im Schritttempo rollt ein Auto ums andere an Wanderern und Radfahrern vorbei immer weiter in den Forst. Alle haben an diesem Morgen nur ein Ziel: die kleine Bernharduskapelle auf der Lichtung mitten im Albuch. Am 20. August, dem Namenstag des Heiligen Bernhard von Clairvaux, strömen jährlich die Menschen scharenweise zu diesem Gnadenort.

Elmar Metzger ist zur Kapelle geradelt: „Schon seit 17 Jahren komme ich an diesem Tag hierher.“ Ganz anders Peter Mettchen. Als Kind war er letztmals bei der Bernharduswallfahrt. „Das war vor 40 Jahren“, verrät der Donzdorfer, „jetzt wollte ich es einmal wieder erleben“. Mit Rucksack und Wanderstöcken gerüstet, erzählt Ulrich Weber: „Wir sind um sechs Uhr los gewandert“. Zusammen mit sechs weiteren Wanderern hat er sich von Donzdorf aus auf den Weg gemacht. In Nenningen hat die Gruppe in einer Bäckerei noch eine Frühstücksrast eingelegt.

Dicht an dicht stehen die Menschen auf der Lichtung. Einige haben Klappstühle dabei, andere sitzen auf Decken im Gras, die meisten aber stehen. Durch die Baumwipfel fallen wärmende Sonnenstrahlen. Dann läutet die kleine Glocke an der Kapelle und die Stadtkapelle Weißenstein beginnt zu spielen. Und immer noch kommen aus allen Richtungen Gläubige. Dieses Mal hält Stadtdekan Dr. Christian Hermes die Predigt. Das Hohe Lied der Liebe hat er als Predigttext gewählt. Dies sei auch der Lieblingstext des Heiligen Bernhard von Clairvaux gewesen, weiß der Monsignore. In einfachen, aber auch humorvollen Worten spricht der Theologe über Liebe und Glaube. Zur Gabenbereitung und Kommunion singt der Männerchor Lauterstein.

Während der feierliche Gottesdienst von mehreren Geistlichen zelebriert wird, brutzeln etwas entfernt hunderte Würste auf dem Grill. Der TV Weißenstein rüstet sich auf den großen Andrang nach dem Gottesdienst. „750 Rote, 250 Wildwürste, 30 Kilo Leberkäs und 40 Liter Kaffee, jede Menge süße Stückle und Butterbrezeln haben wir vorbereitet“, zählt Vereinsvorsitzender Wolfgang Edelmann auf. Auch die Mannen der Lautersteiner Feuerwehr sind zur Stelle. Mit drei Fahrzeugen und 15 Mann stehen sie bereit. „Wegen der enormen Trockenheit haben wir extra einen Container mit 12 000 Liter Wasser mitgebracht“, verrät Kommandant Jan Ziller. Der trockene Waldboden erfordert besondere Vorsicht. Überall sind Schilder mit dem Hinweis „Rauchen und offenes Feuer verboten“ angebracht. Zudem haben die Feuerwehrleute die am Wegrand abgestellten Fahrzeuge kontrolliert. „Ein erhitzter Katalysator könnte einen Schwelbrand auslösen“, erklärt Vizekommandant Konrad Rühle. Glücklicherweise bleibt alles ruhig. Von der Lichtung her ertönen die Singstimmen der Gläubigen.

Die feierliche Messe neigt sich dem Ende. Nach dem Segen mit dem Bernhardus-Reliquienkreuz spielt die Stadtkapelle ein letztes Musikstück. Dann löst sich die riesige Menschenansammlung wieder auf. Zu Fuß, auf dem Rad, im Auto oder Omnibus geht es heimwärts.

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