Nach den chaotischen Zuständen am Mittwoch bekommen Straßenmeistereien und Bauhöfe auf der Alb die Lage allmählich in den Griff. Neben dem Chaos auf der A 8 zwischen Ulm und Stuttgart waren die Räumdienste seit dem frühen Morgen ununterbrochen auf Achse, um der Schneemassen einigermaßen Herr zu werden.

Bernau am Chiemsee/München

In Böhmenkirch war der Bauhof von Mittwoch morgens 3 Uhr bis Donnerstagabend in Schichten rund um die Uhr im Einsatz. Am Donnerstag wurden die Bauhofmitarbeiter dabei von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Erst als die Niederschläge am Donnerstagvormittag allmählich nachließen, konnten die Räum-Mannschaften daran gehen, auch die angesichts der Schneeberge links und rechts immer engeren Straßen in den Wohngebieten freizufräsen. Auf großen Lkw wurden Schneemassen aus dem Ort abtransportiert und im Steinbruch der Firma Wager-Fischer abgeladen.

Um nicht unnötig Kräfte zu vergeuden, wurden schließlich weniger wichtige Ortsverbindungsstraßen geschlossen. So wurden am Mittwochabend der Viehweidweg zwischen Böhmenkirch und Treffelhausen sowie die Zillerforststeige von Steinenkirch nach Waldhausen vorübergehend gesperrt.

So dramatisch wie auf der Ostalb war es offenbar nirgends. In Westerheim war der Bauhof am Mittwoch zwar ebenfalls nonstop im Einsatz, am Donnerstag habe sich die Lage aber deutlich entspannt, heißt es im Rathaus. Auch in Drackenstein und Hohenstadt kam einiges runter: „Es war zwar extrem, aber nicht dramatisch“, berichtet Andrea Mauthe vom Hohenstadter Rathaus. Nellingens Bauhofleiter Walter Wittlinger gab gestern ebenso bereits am Vormittag Entwarnung wie Am­stettens Ortsbaumeister Manfred Werner. „Alle wollen den Winter, aber nicht den Schnee vor der Haustür“, wundert sich Werner, dass sich Leute „gleich beschweren, wenn morgens um 7 Uhr nicht alles picobello geräumt ist“. Dass am Mittwoch in der Vogelsiedlung in Amstetten-Bahnhof eine Straße den ganzen Tag lang nicht geräumt wurde, hatte einen anderen Grund: „Manche parken so, dass der Schneepflug nicht vorbei kommt. Dann geht der Fahrer kein Risiko ein und lässt die Straße gleich links liegen.“

Manche rätseln nun, warum ausgerechnet Böhmenkirch fast im Schnee erstickt ist und die restlichen Gemeinden auf der Alb vergleichsweise glimpflich davon gekommen sind. Böhmenkirchs Bauhofleiter Bruno Lenz glaubt, den Grund zu wissen. Bei einer Winterdienst-Fortbildung hat ihm ein Wetter-Experte erklärt, dass der Albtrauf daran schuld sei: Wenn die schneebeladenen Wolken eines Wintertiefs von Nordwesten her auf den Messelberg prallen, würden sie mit dem Aufwind beschleunigt. „Und wenn sie dann ein bis drei Kilometer weiter hinten im Lee wieder runterfallen, laden sie ihr Gepäck ab.“

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