Verkehr Das Chaos in Kuchen bleibt bisher aus

Kuchen / Michael Scheifele 31.07.2018
Die Sperrung der B 10 in der Kuchener Ortsdurchfahrt verläuft noch ohne größere Staus.

Die B 10 durch Kuchen ist dicht: Der Durchgangsverkehr wird seit Sonntagabend zwischen der ersten Ampelkreuzung Hauptstraße/ Ecke Bahnhofstraße und der westlichen Ampel am Ortseingang über das Wohngebiet umgeleitet. Die Verkehrssituation bleibt bislang  einigermaßen entspannt. Größere Staus gibt es bisher nicht – der Verkehr läuft flüssig.

Allerdings gibt es Kritik: „Die Autofahrer halten die 30er Zone im Wohngebiet  nicht ein, sondern rasen“, beschwert sich ein Anwohner. „Kinder spielen hier sonst auf der Straße, das ist jetzt nicht mehr möglich.“ Außerdem fehlt eine durchgängige Beschilderung der Umleitung:  „Viele fahren mit dem Navi in die Sackgasse“, sagt ein Passant. Und tatsächlich: Just in dem  Moment  biegt ein Auto mit Schweizer Kennzeichen von der Durchfahrtsroute in eine Seitenstraße ein. Etwas später kommt der Pkw nach einer Wende wieder auf die Hauptumleitungsstrecke zurück. Laut Heiko Potschkay vom Kuchener Bauamt fehlt die Beschilderung innerorts absichtlich: „Unser Plan ist es, die Umleitung in Kuchen nicht zu attraktiv zu machen.“ Besser sei es, wenn der überörtliche Verkehr die großräumigen Umleitungsrouten nutzt. Man werde die Situation aber weiter beobachten. Bei Bedarf könne man immer noch nachjustieren, räumt Potschkay ein. So stellt das Straßenverkehrsamt in den nächsten Tagen von Gingen kommend weitere Hinweisschilder auf.

Ein weiteres Ärgernis betrifft die Lastwagen – sie sollen die großräumige Umleitung auf der B 466 über Böhmenkirch nutzen.  Darauf weisen schon seit Längerem entsprechende Schilder auf Deutsch und Englisch hin. Doch der Plan geht nicht ganz auf: „Man sieht immer noch viele Brummis, die durch Kuchen fahren“, sagt ein Anlieger. Dass die Filsbrücke in der Bahnhofstraße nur für 30 Tonnen zugelassen ist, könnte in diesem Zusammenhang problematisch sein. Die Polizei kontrolliert Lkw und weist die Fahrer an, weiträumige Umleitungen zu nutzen.

Das ungewohnt hohe Verkehrsaufkommen im Wohngebiet macht sich auch auf andere Weise bemerkbar:  „Ich bin heute vom Lärm der Lkw aufgewacht. Das sind wir hier nicht gewohnt“, erzählt eine Anwohnerin. Neben dem Lärm sei auch der Gestank eine Belastung: „Wir können das Fenster zur Straße nicht mehr aufmachen.“ Einige Kuchener reagieren pragmatisch: Sie berichten, dass sie nun innerorts auf das Fahrrad umsteigen. Andere sehen der neuen Situation gelassen entgegen: „Das kriegen wir schon hinter uns. Es ist gut, dass die B 10 gerichtet wird. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles schlecht reden“, gibt sich ein Rentner gelassen.

Manche Gemeinden befürchten, dass durch die Sperrung der Kuchener Ortsdurchfahrt viele Fahrer über Schlat und Reichenbach sowie über den Grünenberg nach Unterböhringen ausweichen könnten. Gestern Vormittag war davon noch nichts zu spüren.

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