Reformation Das Beste, was Luther passieren konnte

Eine Inszenierung zu Katharina von Bora haben Gudrun Igel-Mann, Pfarrerin Kathinka Korn und Tina Strohecker (v.l.) von Efa federführend entwickelt.
Eine Inszenierung zu Katharina von Bora haben Gudrun Igel-Mann, Pfarrerin Kathinka Korn und Tina Strohecker (v.l.) von Efa federführend entwickelt. © Foto: dine
Eislingen / Nadine Vogt 06.10.2017

„Mein lieber Herr Käthe“, hat Luther sie gerne genannt. Katharina von Bora, die Lutherin – oder einfach Käthe. Das war die Frau an der Seite von Reformator Martin Luther. Die Eislinger Frauen-Aktion (Efa) gestaltet gemeinsam mit Pfarrerin Kathinka Korn zum Reformationsjahr einen Abend mit Momentaufnahmen aus dem Leben der Katharina von Bora.

„Käthe war das Beste, was ihm hätte passieren können“, sagt  Kathinka Korn. Aus einer Notheirat sei eine innige Partnerschaft entstanden. „Luther hat sie als Gesprächspartnerin gebraucht.“ Die Frau, die Martin Luther in den Jahren der Reformation begleitet hat, rückte schnell in den Fokus von Initiatorin Tina Strohecker: „Wir alle sind Frauen, politisch engagiert und historisch interessiert.“ Eine Veranstaltung zu einer „Außergewöhnlichen“ zum Reformationsjubiläum beizusteuern, war für die Efa und die Pfarrerin naheliegend.

Wer war diese Frau? Und was hat sie geleistet? Diesen Fragen wolle man bei der Inszenierung mit Stationen aus ihrem Leben und mit Musik aus der Reformation nachgehen. Die 15-jährige Katharina, die Nonne, die aus dem Kloster floh, die sechsfache Mutter, Ehefrau und Witwe von Martin Luther kommt zu Wort. Fragen werden gestellt und von Mitwirkenden mit Worten der Protagonistin beantwortet. So wie es sich die Initiatorinnen der Eislinger Annäherung aus heutiger Sicht vorstellen. „Das ist unser Zugeständnis“, sagt Kathinka Korn. Von Katharina von Bora selbst ist nur noch eine Hand voll Schriftstücke überliefert. „Das war natürlich eine große Herausforderung“, sagt die Eislinger Pfarrerin. Die Quellenlage ergibt sich vor allem aus Briefen, die  Luther an sie verfasste.

Zu Lebzeiten sei „Käthe“ innovativ gewesen, habe mit konventionellen Ansichten gebrochen.  Sie hat mit dem „Schwarzen Kloster“ – dem Wohnsitz der Familie Luther – in Wittenberg eine Herberge für Studenten geschaffen und damit den Prototypen des evangelischen Pfarrhauses modelliert. Sie hat mit der Ständegesellschaft gebrochen und wurde im 20. Jahrhundert als Katharina von Bora zur reformatorischen Heldin stilisiert. Die Inszenierung „Sprich du, Käthe“ geht am Sonntag, 8. Oktober, über die Bühne. Musikalisch wird der Abend von Klaus Wuckelt an der Laute und Gesang von Ute Bidlingmaier begleitet. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Luthergemeindehaus Eislingen. Der Eintritt ist frei.