Süßen Jubiläum der Alten Marienkirche

Das älteste Gebäude Süßens: die Alte Marienkirche.
Das älteste Gebäude Süßens: die Alte Marienkirche. © Foto: Margit Haas
Süßen / Margit Haas 15.02.2018
In Süßen wird das Jubiläum der Alten Marienkirche gefeiert.

Auf dem Filstalpanorama von 1535 ist in Klein-Süßen, also nördlich der Fils, ein kleines Kirchlein zu sehen. Es ist die Alte Marienkirche, das älteste Gebäude Süßens. Sie wurde zum ersten Mal im Jahre 1464 erwähnt – nicht als Pfarrkirche, sondern als Kapelle, die zur Kirche in „Hurpersbach“, also Hürbelsbach, gehörte. Die „capellan domus leprosorum“, die Kapelle des Hauses der Leprakranken gehörte zum „St.-Katharinen-Hospital der Sondersiechen zu Schwäbisch Gmünd“. Zu beiden Gotteshäusern gehörten wohl wenige Güter. Die Pfarrer hatten kaum ihr Auskommen und  die Pfarrstellen waren viele Jahre lang unbesetzt.

Jutta Grimm-Gerber kennt die Geschichte der Kirche und ist als Vorsitzende des „Freundeskreis Alte Marienkirche“ engagiert für den Erhalt der Kirche. Sie hält die Kopie einer ganz besonderen Urkunde in Händen, die Stadtarchivarin Carola Eberhard aus dem Stuttgarter Hauptstaatsarchiv mitgebracht hat. Sie ist die einzige in Mittelhochdeutsch verfasste Urkunde dieser Zeit zu den beiden Kirchen und regelt, dass die Pfarrrechte von Hürbelsbach nach Klein-Süßen übergingen. Warum? „Darüber können wir nur spekulieren“, so Grimm-Gerber. Das Filstalpanorama zeigt indes, dass Klein-Süßen zwar klein, aber doch deutlich größer als Hürbelsbach war.

Eine ganze Reihe von wichtigen Personen mussten der Umwidmung zustimmen. Ihre Siegel haben sich weitgehend erhalten. Es waren der Abt des Klosters Anhausen, die Rechberger, der Rat der Stadt „Gemunde“ und der Bischof von Konstanz. Mitten im Winter wurde Klein-Süßen mit „Behausung, Büchern, Kelchen, Ornaten und gebührlichen Zubehörungen versehen“. Dazu gehörte auch ein wertvolles romanisches Vortragekreuz. Gleichzeitig wurde „ein gelehrter, tauglicher und rechttuender Laienpriester“ gesucht und in Konrad Bierer gefunden. Er versah bis 1534 sein geistliches Amt. Dann kam in Württemberg die Reformation, die auch in Süßen Auswirkungen hatte.

Am Sonntag Auftakt zum Jubiläumsjahr

Feier: Am Sonntag, 18. Februar, 10.30 Uhr Festgottesdienst in der Neuen Marienkirche mit Dekan Martin Ehler. Anschließend bewirtet der Freundeskreis AMK im Gemeindehaus. Ab 13.30 Uhr wird der Kirchenschatz in der AMK ausgestellt (darunter auch die Kopie des romanischen Vortragekreuzes) und es gibt Führungen durch das Gotteshaus.