Der Landkreis Göppingen und die Alb-Fils-Klinikem (AFK) wenden sich mit den anderen Landkreisen der Region Stuttgart, der Stadt Esslingen und deren Kliniken in einem gemeinsamen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Landrat Edgar Wolff und Dr. Ingo Hüttner, Medizinischer Geschäftsführer der AFK, schließen sich einer Pressemitteilung zufolge der Forderung an, dringende Änderungen an dem geplanten Gesetzesentwurf zur Unterstützung der Krankenhäuser in Deutschland vorzunehmen. Der derzeitige Gesetzesentwurf sei bei Weitem nicht ausreichend, heißt es in dem Brief. „Mit diesem Gesetzentwurf laufen wir Gefahr, dass in wenigen Monaten Krankenhäuser ohne die Unterstützung der Landkreise in die Insolvenz gehen würden. Damit stehen die Helfer in kurzer Zeit ohne Hilfe da.“

Konkretere Hilfe für Behandlung von Corona-Patienten gefordert

„Wir haben alle elektiven, nicht dringlichen chirurgischen Eingriffe sowie nicht zwingend notwendige Patientenaufnahmen auf Station ausgesetzt. Wir haben kurzfristig alle möglichen Intensiv- und Beatmungskapazitäten realisiert. Wir haben unser Personal auf die Intensiv- und Beatmungsbetten fokussiert. Wir akquirieren Hilfspersonal zur Unterstützung der Pflege und Ärzte,“ so die Unterzeichner.

Kreis Göppingen

Konkret fordern die Kliniken und Landkreise eine wesentlich unbürokratischere und konkretere Hilfe für die Behandlung der mit dem Coronavirus infizierten Patienten, insbesondere hinsichtlich medizinischer Schutzkleidung und ausreichender Gegenfinanzierung für die neu geschaffenen Intensivbetten. „Zudem sollten zur Sicherung der Liquidität bereits ab März den Kliniken monatlich ein Zwölftel des Jahresumsatzes aus dem Jahr 2019, zuzüglich der Veränderungsrate 3,66 Prozent und einer zusätzlichen Kostensteigerung von 5 Prozent transferiert werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Brief schließt mit einem Appell der Unterzeichner: „Die Krankenhäuser sind das Rückgrat der Gesundheitsversorgung. Lassen Sie uns nach der Krise gerne über nachhaltige Strukturen sprechen, die auch krisenfest sind. Damit wir auch in Zukunft für so eine Situation gerüstet sind.“