Gastkommentar Constanze Pscheidt: „Shisha nicht unterschätzen“

Kreis Göppingen / Constanze Pscheidt 09.11.2018
Shisha rauchen ist enorm beliebt. Constanze Pscheidt vom Göppinger Gesundheitsamt warnt in ihrem Gastkommentar vor den oft unterschätzten Gefahren.

Das Rauchen von Shishas liegt im Trend und wird leider oft unterschätzt. Dabei enthält der Rauch einer Shisha dieselben gesundheitsschädlichen Substanzen wie der einer Zigarette. Vor allem die hohe Menge an Kohlenmonoxid (CO) im Rauch stellt ein Risiko dar. Es kommt sogar in höheren Mengen vor als im Zigarettenrauch.

Dieses unsichtbare, giftige Gas entsteht durch Verbrennen der Kohle, verdrängt den Sauerstoff im Blut und vermindert den Sauerstofftransport. In der Folge kann es zu einer CO-­Vergiftung kommen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstlosigkeit. Durch das Rauchen in geschlossenen Räumen steigt dieses Risiko.

Neben CO entstehen aber noch weitere Stoffe, welche die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen, indem sie in die Zellteilung eingreifen. ­Ergänzend steigt mit Nikotin im Tabak die Suchtgefahr. Durch den Zusatz von fruchtig-süßen Aromen wird der Tabak­geschmack überdeckt, wodurch das Shisha-Rauchen als Einstiegsdroge gilt. Anders als bei einer Zigarette wird der Tabak nicht verbrannt, sondern bei ­geringeren Temperaturen verschwelt. Aber auch hier entsteht beispielsweise Teer, der sich in den Lungen absetzen und so die Lungenfunktion verschlechtern und krebserzeugend wirken kann. Aufschriften wie „enthält 0 g Teer“ auf Verpackungen von Shishatabak sind irreführend, wenn Tabak enthalten ist.

Die Wahl eines Shishatabaks ohne Tabakanteil ist jedoch ­keine gute Alternative. Dieser enthält zwar kein Nikotin, die Rauchinhaltsstoffe sind aber die gleichen. Weiter ist die Filterwirkung des Wassers nicht so hoch, wie oft angenommen.

Es gilt, sich also in jedem Fall die Risiken und Folgen des ­Shisha-Rauchens bewusst zu machen und das Rauchen auf ein Minimum zu reduzieren oder im besten Fall sogar ganz darauf zu verzichten.

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